Der Prozess war zermürbend und zog sich über zwei Jahre hin – auch die Urteilsverkündung war mehrfach verschoben worden. Doch nun hat der Antikorruptionsgerichtshof Simbabwes in der Hauptstadt Harare die Autorin Tsitsi Dangarembga in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen. Das bestätigte Olaf Koschke, der Ehemann der Künstlerin, der Deutschen Presseagentur (dpa). Die Vorwürfe lauten: öffentlicher Aufruf zur Gewalt, Friedensbruch und Bigotterie.  

Strafmaß für Dangarembga noch ungewiss

Barbara Groeblinghoff, eine Prozessbeobachterin der Friedrich-Naumann-Stiftung in Harare, teilte der dpa mit, Dangarembgas Verteidiger habe mildernde Umstände vorgebracht und dafür plädiert, von einer drohenden Haftstrafe abzusehen. Stattdessen solle das Gericht Dangarembga zum Dienst an der Gemeinschaft verurteilen. Die Staatsanwaltschaft hatte keine Einwände, so Groeblinghoff.

Über das Strafmaß wird die Vorsitzende Richterin noch entscheiden. Der Antikorruptionsgerichtshof untersteht direkt Präsident Emmerson Mnangagwa. Insgesamt 32 Mal musste Dangarembga dort erscheinen.

Die Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels wurde verhaftet und schließlich angeklagt, weil sie sich im vergangenen Juli gemeinsam mit ihrer Kollegin Julie Barnes einer friedlichen Demonstration angeschlossen hatte. Im Vorfeld war die Bevölkerung angewiesen worden, zu Hause zu bleiben. Hunderte Polizisten und Soldaten waren im Einsatz, um die Maßnahmen durchzusetzen. 

Das Land im südlichen Afrika befindet sich seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Robert Mugabe und der anschließenden Machtübernahme durch seinen ehemaligen Stellvertreter Emmerson Mnangagwa im Jahr 2017 in einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise.

Julie Barnes und Tsitsi Dangarembga mussten jedes Mal persönlich vor Gericht erscheinen

Dangarembga und Barnes trugen Plakate bei sich, die Reformen, die Befreiung inhaftierter Journalisten sowie „ein besseres Simbabwe für alle“…