Der Prozess war zermürbend und zog sich über zwei Jahre hin – auch die Urteilsverkündung war mehrfach verschoben worden. Doch nun hat der Antikorruptionsgerichtshof Simbabwes in der Hauptstadt Harare die Autorin Tsitsi Dangarembga in allen Anklagepunkten schuldig gesprochen und zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt, ausgesetzt für fünf Jahre. Außerdem muss die Schriftstellerin eine Strafe von 70.000 simbabwischen Dollar (rund 200 Euro) zahlen. Dasselbe Urteil sprach das Gericht für Damgarembgas Mitangeklagte, die Journalistin Julie Barnes, aus. 

Sechs Monate auf Bewährung und Geldstrafe

Barbara Groeblinghoff, eine Prozessbeobachterin der Friedrich-Naumann-Stiftung in Harare, teilte der Deutschen Presseagentur mit, Dangarembgas Verteidiger habe mildernde Umstände vorgebracht und dafür plädiert, von einer drohenden Haftstrafe abzusehen. Stattdessen solle das Gericht Dangarembga zum Dienst an der Gemeinschaft verurteilen.

Insgesamt 32 Mal mussten Julie Barnes und Tsitsi Dangarembga persönlich vor Gericht erscheinen

Die Trägerin des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels wurde verhaftet und schließlich angeklagt, weil sie sich im vergangenen Juli gemeinsam mit ihrer Kollegin Julie Barnes einer friedlichen Demonstration angeschlossen hatte. Im Vorfeld war die Bevölkerung angewiesen worden, zu Hause zu bleiben. Hunderte Polizisten und Soldaten waren im Einsatz, um die Maßnahmen durchzusetzen. 

Das Land im südlichen Afrika befindet sich seit dem Sturz des langjährigen Präsidenten Robert Mugabe und der anschließenden Machtübernahme durch seinen ehemaligen Stellvertreter Emmerson Mnangagwa im Jahr 2017 in einer tiefen wirtschaftlichen und politischen Krise.

Dangarembga und Barnes trugen Plakate bei sich, die Reformen, die Befreiung inhaftierter Journalisten sowie „ein besseres Simbabwe für alle“ forderten. Angeblich hätten sich die Frauen damit des Landfriedensbruchs, der Bigotterie und der Anstiftung zu Gewalt schuldig gemacht -…