FAQ
Deutschland vor einer Rezession – wie schlimm könnte es kommen? Wann geht es wieder aufwärts?

Dunkle Wolken über der deutschen Wirtschaft. Die Wirtschaftsleistung dürfte nach Ansicht vieler Experten in mindestens in den nächsten beiden Quartalen ins Minus rutschen

© Britta Pedersen / DPA

Deutschland steht am Rande einer Rezession. Schuld daran sind die Folgen des Ukraine-Krieges, die eine Erholung nach der Corona-Delle abgewürgt haben. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum befürchteten Wirtschaftseinbruch.

Energiekrise und Rekordinflation treffen die deutsche Wirtschaft hart. Volkswirte rechnen damit, dass die Wirtschaftsleistung vom laufenden dritten Quartal an bis ins nächste Frühjahr hinein schrumpfen wird. Europas größter Volkswirtschaft droht eine Rezession. Der Konjunktureinbruch dürfte nach Einschätzung von Ökonomen in Deutschland heftiger ausfallen als in vielen anderen Ländern Europas, aber bei weitem nicht so schlimm wie im ersten Jahr der Corona-Krise 2020, als das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) um mehr als vier Prozent geschrumpft war. Und es gibt Hoffnung, dass es bereits im Sommer 2023 wieder aufwärtsgeht.

Was sind die Ursachen der erwarteten Rezession?

Der russische Angriff auf die Ukraine am 24. Februar hat die Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung der deutschen Wirtschaft nach zwei Corona-Jahren jäh zunichtegemacht. Der Krieg und seine Folgen potenzieren die Probleme, die Europas größte Volkswirtschaft schon vorher belasteten: allen voran steigende Energiepreise sowie Engpässe bei wichtigen Rohstoffen und Vorprodukten. „Der Krieg in der Ukraine hat wohl das Ende des sehr erfolgreichen deutschen Wirtschaftsmodells markiert: Billige (russische) Energie und Vorleistungsgüter importieren, hochwertige Produkte in die Welt exportieren und von der Globalisierung profitieren“, sagt ING-Chefvolkswirt Carsten Brzeski.