Die Sorgen bleiben groß, die Zeit wird knapp: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft ist zwei Monate vor der WM in Katar weit von der erhofften Titelform entfernt. Im Klassiker von Wembley gegen England gab die DFB-Auswahl im letzten Härtetest vor dem Turnier eine 2:0-Führung aus der Hand und kam nur zu einem 3:3 (0:0), Bundestrainer Hansi Flick hat noch jede Menge Arbeit.

Seine Elf schließt die Nations League nach dem verpassten Prestigeerfolg als Gruppendritter vor Absteiger England ab. Vor dem WM-Auftakt gegen Japan am 23. November bleiben Flick nur noch sechs Trainingseinheiten und der Test eine Woche zuvor im Oman, um seine Stars doch noch bereit zu machen für die aktuell illusorisch erscheinende Mission fünfter Stern. Die beiden England-Legionäre Ilkay Gündogan (52., Foulelfmeter) und Kai Havertz (67.) per Traumtor brachten Deutschland in einem wilden Spiel in Führung.

Schweigeminute und England-Comeback

Vor dem 0:1 war Jamal Musiala gefoult worden. Luke Shaw (72.) und der eingewechselte Mason Mount (75.) schlugen für die Three Lions zurück. Nach einem Foul von Nico Schlotterbeck an seinem Dortmunder Klubkollegen Jude Bellingham verwandelte Harry Kane den Elfmeter nach Videobeweis (83.) zum englischen 3:2, Havertz glich nach einem Torwartfehler von Nick Pope aus (87.).

Vor dem Spiel wurde in Wembley der verstorbenen Königin gedacht

Der Abend begann mit einer Schweigeminute für die kürzlich verstorbene Queen Elizabeth II., DFB-Präsident Bernd Neuendorf legte ihr zu Ehren einen Kranz am Spielfeldrand nieder, die Stars spielten mit Trauerflor. Die DFB-Elf tat dies auf vier Positionen verändert, Flick hatte sich die Kritik nach dem schlimmen 0:1 gegen Ungarn in Leipzig zu Herzen genommen. Die beiden wichtigsten Personalien: Havertz rückte für den glücklosen Timo Werner in die Sturmspitze, Anführer Thomas Müller musste für Youngster Musiala weichen. Letzteres war laut Flick keine Grundsatzentscheidung gegen Müller, die Frage nach dem Bayern-Routinier…