Kulanz am Ende
Amazon verschärft Rückgabe-Regeln für E-Books – bald keine Erstattung mehr für Bücherwürmer

E-Books sind eine tolle Sache: Tausende Bücher passen auf einen E-Book-Reader – aber für Autoren können die Geräte zum Problem werden.

© Jens Kalaene / Picture Alliance

Über Jahre waren E-Books, auch bei Amazon, eine sehr günstige Möglichkeit für Schnell-Lesende, Bücher quasi umsonst zu konsumieren. Damit ist in Zukunft offenbar Schluss.

Bei Amazon kann man fast alles innerhalb von 14 Tagen zurückgeben – und erhält den vollen Preis zurück. Das galt jahrelang auch für E-Books, die man unabhängig vom „Gebrauch“ innerhalb dieser Frist einfach wieder stornieren konnte. Selbstverständlich war das vor allem dafür gedacht, falls sich ein vermeintlicher Bestseller als absolute Niete entpuppt – weniger für den Fall, dass man das Buch in Rekordzeit verschlungen hat. Dass Rückgaben gelesener Bücher recht oft vorgekommen sein müssen, zeigt eine Änderung in den Richtlinien, die Amazon offenbar plant.

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18.09.2022

Ab zehn Prozent kommt es bei Amazon zur Einzelfallentscheidung

Der New Yorker Interessenverband „The Authors Guild“ berichtet, dass Amazon digitale Bücher künftig nur dann zurücknimmt, wenn bei der Reklamation weniger als zehn Prozent der Seiten gelesen worden sind. Eine ähnliche Strategie verfolgt beispielsweise auch der digitale Spiele-Shop Steam, der die Rückgabe nur dann akzeptiert, wenn Spiele zum Zeitpunkt der Stornierung weniger als zwei Stunden liefen.

Die Änderung der Richtlinien geht anscheinend aus Gesprächen zwischen Amazon und Autoren hervor, die sich über mangelnde Einnahmen beschwerten, obwohl viele Menschen die jeweiligen Werke…