Selbstbestimmt und „woke“. Derlei Adjektive wurden im Hollywood der 1950er-Jahre, zu Lebzeiten Marilyn Monroes, mit der Schauspielerin nicht in Verbindung gebracht. Doch die US-Amerikanerin, die eher als „blonde Sexbombe“ oder „Sexsymbol“ denn als „Vordenkerin“ oder gar „Feministin“ gezeigt wurde, hat sich gegen einige der gesellschaftlichen Konventionen ihrer Zeit aufgelehnt. Am 5. August 1962 starb sie vermutlich an einer Überdosis Schlafmittel.

Eine Netflix-Produktion über ihr wechselvolles Leben feierte bei den Filmfestspielen in Venedig (31. August bis 10. September) Premiere – und erhielt einen langen Applaus. Ab dem 28. September soll „Blonde“ seinen Streaming-Start feiern.

Mit platinblonden Haaren verkörpert die gebürtige Kubanerin Ana de Armas den Leinwandstar. Ihr Akzent ist in dem Trailer, den Netflix vorab online gestellt hat, nicht zu überhören. Noch bevor der Film in voller Länge zu sehen war, erntete die Schauspielerin dafür im Netz Kritik. 

Die Nachlassverwalter vom Marilyn Monroe Estate verteidigten das Casting von Ana de Armas als Hollywood-Legende in „Blonde“. „Jeder Schauspieler, der in diese Rolle schlüpft, weiß, dass er große Fußstapfen zu füllen hat. Es sieht so aus, als wäre Ana eine großartige Besetzungswahl gewesen, da sie Marilyns Glamour, Menschlichkeit und Verletzlichkeit einfängt.“

Der Trailer zeigt berühmte Filmszenen und den ikonischen Moment, als der Star mit wehendem weißen Kleid auf einem U-Bahn-Lüftungsschacht steht. Auch die Garderobe wurde originalgetreu nachempfunden. In den USA hat „Blonde“ wegen expliziter Szenen die höchste Altersfreigabe erhalten, darf also nur von Erwachsenen angesehen werden.

„Blonde“ ist kein Biopic, sondern Fiktion

Das fiktive Filmporträt basiert auf einem Roman von Joyce Carol Oates und soll die Kluft zwischen der Privatperson Norma Jeane Baker (Monroes bürgerlicher Name) und der Kunstfigur Marilyn darstellen. Drehbuch und Regie übernahm Andrew Dominik („Killing Them…