Energiekrise
Verbraucherzentralen: „Sicherheitsnetz“ für Energiekunden

„Die Menschen brauchen jetzt dringend zielgerichtete Entlastungen bei den Energiekosten und ein Sicherheitsnetz für Herbst und Winter“, fordert die Chefin des Bundesverbands der Verbraucherzentralen (vzbv), Ramona Pop. Foto

© Annette Riedl/dpa

Die Regierung sucht die passenden Instrumente in der Energiekrise. Das Ringen um die Gasumlage und eine weitere Preisbremse ist wieder entbrannt. Verbraucherschützer verlangen grundlegende Absicherungen.

Die Verbraucherzentralen fordern schnelle Klarheit von der Bundesregierung beim Vorgehen gegen die hohen Energiepreise. Die Chefin des Bundesverbands (vzbv), Ramona Pop, sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Die Menschen brauchen jetzt dringend zielgerichtete Entlastungen bei den Energiekosten und ein Sicherheitsnetz für Herbst und Winter.“

Sie kritisierte mit Blick auf Debatten in der Koalition über die vorgesehene Gasumlage, Verbraucherinnen und Verbraucher seien nun zutiefst verunsichert: „Kommt eine Belastung über die Umlage oder eine Entlastung über eine Strom- und Gaspreisbremse?“

Einen Gaspreisdeckel bezeichnet Pop als „ein gutes Instrument“ – allerdings müsse er schnell umgesetzt werden und unbürokratisch helfen. Priorität müsse sein, vor allem Menschen mit wenig Geld zusätzlich zu unterstützen. „Es gibt sehr viele Menschen, die Gas- und Stromrechnungen von mehreren Hundert oder gar mehr als 1000 Euro pro Monat schlicht nicht bezahlen können.“

„Niemand darf im Dunkeln oder in der Kälte sitzen“

In der Koalition hat nun auch Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) Zweifel an der Gasumlage angemeldet und macht sich für eine Gaspreisbremse stark. Kanzler Olaf Scholz (SPD) stellte baldige Vorschläge in Aussicht, um die Gaspreise zu reduzieren.