Ist das Kunst? Die Frage stellt sich angesichts des dunkelroten Plüsch-Dromedars, das sich im Rubenssaal breit gemacht hat. Das Kuschel-Ungetüm ist eine Mischung aus Riesensofa und Klettergerüst. Der belgische Künstler Christophe Koopens hat sich dafür von Rubens‘ Monumentalgemälde „Anbetung der Könige“ (1624-25) inspirieren lassen. Zehn solcher vergrößerten Kunstdetails begegnen einem auf dem Rundgang durch das Königliche Museums für Schöne Künste, kurz KMSKA, wie es die Einheimischen nennen.

Mischung aus Klettergerüst und Sitzmöbel – auf dem Plüschdromedar darf man es sich gemütlich machen

„Das Museum ist auch ein Wohnzimmer, solange sich die Besucherinnen und Besucher nicht auf die Gemälde setzen“, sagt Nico van Hout augenzwinkernd. Der Chefkurator des KMSKA ist ein ausgewiesener Kenner von Antwerpens barockem Maler-Star Peter Paul Rubens. Eigens für die Werke des flämischen Altmeisters wurde 1890 das KMSKA eröffnet. Auch nun haben sie wieder einen Ehrenplatz im frisch renovierten Fin-de-Siècle-Prachtbau. Ihr neues altes Zuhause gleicht einer Schatztruhe: warmes Altrosa an den Wänden, goldener Stuck an der Decke, dunkles Parkett auf dem Boden. Früher schmückten die Rubens-Werke Kirchen, Menschen pilgerten zu ihnen, um zu beten.

Mehrere Gemälde von Peter Paul Rubens sollen 2023 restauriert werden – vor den Augen der Öffentlichkeit

2023 sollen sie restauriert werden, erzählt van Hout der DW. Vor den Augen der Öffentlichkeit. So wie auch schon Rembrandts „Nachtwache“ im Rijksmuseum in Amsterdam. Das Königliche Museum für Schöne Künste – es ist wieder da und will in der ersten Liga der Ausstellungshäuser mitspielen.

Museum in Antwerpen erstrahlt in neuem Glanz

Für die 100 Millionen Euro teure Frischzellenkur war der neoklassizistische Museumsbau mit seinen markanten Säulenreihen, gelegen an einem Prachtboulevard im belgischen Antwerpen, mehr als elf Jahre lang geschlossen – zum Frust vieler Touristen. Nun lässt es die 650…