Die Linken-Politikerin Katharina König-Preuss kämpft seit ihrer Jugend gegen rechts. Dadurch wurde sie zur Zielscheibe für Neonazis. Seit zwei Jahrzehnte wird sie von Rechtsextremisten bedroht. Im Gespräch mit dem stern erklärt sie, wie sie mit dem Hass umgeht.

Den Hass, der ihr entgegenschlägt, kennt Katharina König-Preuss nur zu gut. Sie setzt sich seit ihrer Jugend gegen rechts ein. Fast genauso lange wird sie deshalb bereits von Neonazis bedroht. Kaum jemand in Thüringen weiß so gut über die Vernetzungen in der rechtsextremen Szene Bescheid, wie sie. König-Preuss ist zur Zielscheibe geworden.

Seit 2009 sitzt sie für die Linke im Landtag. Sie war eine der Hauptaufklärerinnen im Untersuchungsausschuss über den Nationalsozialistischen Untergrund (NSU). Im Interview mit dem stern erklärt sie, wie sie mit rechter Hetze im Netz und auf der Straße umgeht, warum sie keine Angst davor hat, von Neonazis ermordet zu werden und warum es nicht nötig ist, auf jede Demo gegen rechts zu gehen.

Frau König-Preuss, können Sie sich daran erinnern, wann sie das erste Mal eine Hassnachricht bekommen haben?

In den 1990er Jahren wurde so etwas vor allem verbal ausgesprochen, oder mit körperlichen Übergriffen verbunden. Ich glaube, die erste Mail kam 2001. Ausgedruckt ungefähr anderthalb Din-A4-Seiten. 

Was genau stand in dieser Mail?

Da wurde beschrieben, dass man wisse, wo ich wohne, wo ich arbeite, wo ich hingehe. Und dass ich ab sofort aufpassen soll, was ich mache und wohin ich mich bewege.

Was war der Anlass? Wieso wurden Sie zur Zielscheibe?

Was bei mir sehr stark reinspielte war, dass mein Vater sich als Pfarrer schon in der DDR gegen rechts eingesetzt hat und ich so in Sippenhaft genommen wurde. Ich war immer „die Tochter von…“ Zum anderen bin ich in dem Zeitraum…