Diplomatie
Scholz will keine reine „Energie-Einkaufstour“ in Golfregion

Bundeskanzler Olaf Scholz reist am Samstag nach Saudi-Arabien und besucht anschließend die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar. Foto

© Kay Nietfeld/dpa

Öl, Gas, Wasserstoff: Der Energiereichtum der Golfregion hat schon Wirtschaftsminister Habeck dorthin gelockt. Jetzt verbringt Kanzler Scholz ein Wochenende auf der arabischen Halbinsel.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) will seine Reise in die drei mächtigsten Staaten auf der arabischen Halbinsel nicht zu einer reinen „Energie-Einkaufstour“ machen, sondern auch die Menschenrechtslage und Sicherheitsfragen ansprechen.

Man wolle Differenzen offen thematisieren, hieß es vor der Abreise nach Saudi-Arabien, in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Katar aus Regierungskreisen. Welche Verträge über den Import von Gas oder – mittel- und langfristig – Wasserstoff aus der Region nach Deutschland abgeschlossen werden, blieb noch unklar. Es hieß aber aus dem Umfeld des Kanzlers: „Wir werden ambitionierte Vorschläge zum Abschluss bringen.“

Scholz will Mord an Khashoggi ansprechen

Scholz reist am Samstag zunächst nach Saudi-Arabien und besucht anschließend die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar, wo im Spätherbst auch die Fußball-Weltmeisterschaft stattfindet. In der saudischen Metropole Dschidda wird der Kanzler den Kronprinzen Mohammed bin Salman treffen, der vom US-Geheimdienst für den brutalen Mord an dem Journalisten Jamal Khashoggi im saudischen Generalkonsulat in Istanbul vor vier Jahren verantwortlich gemacht wird. Der Kronprinz bestreitet, die Tat genehmigt zu haben.

Der Mord hatte zu einer tiefen diplomatischen Krise zwischen Deutschland und Saudi-Arabien geführt. Regierungssprecher Steffen Hebestreit hatte bereits bei der Ankündigung der Reise…