Wohnungspolitik
Bund und Länder: 400.000 neue Wohnungen bleiben das Ziel

Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD). Foto

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Das Ziel von 400.000 neuen Wohnungen jährlich war schon vor dem Krieg in der Ukraine ambitioniert. Nun explodieren die Preise, Baumaterial fehlt, die Zinsen steigen. Zeit, den Plan neu zu definieren?

Trotz dunkler Vorzeichen in der Baubranche wollen Bund und Länder am Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr festhalten. „Das Ziel ist das Ziel. Und das Ziel ist ja keine politische Erfindung, sondern abgeleitet vom Bedarf“, sagte Bundesbauministerin Klara Geywitz (SPD) am Freitag nach der zweitägigen Bauministerkonferenz in Stuttgart. Zuvor hatten Vertreter von Industrie und Gewerkschaften Zweifel an den Plänen angemeldet.

Es sei klar, dass es mit dem Fachkräftemangel, steigenden Zinsen und den Materialengpässen nicht einfacher werde, sagte Geywitz weiter. Die Anstrengungen müssten nun intensiviert werden. Während es zuletzt zwar deutlich weniger Bauanträge für Einfamilienhäuser gegeben habe, sei aber auch ein Anstieg der Anträge bei Mehrfamilienhäusern verzeichnet worden. Dazu komme ein Bauüberhang von 847.000 Wohnungen – das sind Wohnungen, die genehmigt, aber noch nicht fertig sind.

Konferenzvorsitzende Nicole Razavi (CDU), die Bauministerin von Baden-Württemberg, warnte vor einer dramatischen Lage am Wohnungsbau. Lieferengpässe, steigende Energiepreise, Baupreise und Zinsen sowie der Arbeitskräftemangel sorgten für eine toxische Mischung. Sie sprach von einer Zeitenwende beim Bauen und Wohnen. „Die Krise gefährdet die wohnungspolitischen Ziele von Bund und Ländern.“

Die Ressortchefs der Länder prognostizierten in einer gemeinsamen Erklärung, „dass auch in diesem Jahr über 200.000 Wohnungen in Deutschland fertiggestellt werden und damit für einen Bezug zur Verfügung stehen“. Diese…