Vereinte Nationen
Kalte Schulter von Lawrow – 23 Minuten im UN-Sicherheitsrat

Russlands Außenminister Sergej Lawrow (r) äußert sich im UN-Sicherheitsrat in New York zur Lage in der Ukraine. Foto

© Mary Altaffer/AP/dpa

Wer gehofft hatte, die mächtigsten Außenminister der Welt könnten im UN-Sicherheitsrat Fortschritte im Ukraine-Krieg erreichen, wurde enttäuscht. Das Gremium in New York erlebt einen Tiefpunkt.

Im UN-Sicherheitsrat fällt vor allem auf, wer nicht am runden Tisch der mächtigsten Außenminister der Welt sitzt. Vor dem riesigen „Wandbild des Friedens“ haben sich in dem Saal am Donnerstag unter anderem UN-Generalsekretär António Guterres und die Chefdiplomatinnen und Chefdiplomaten der USA, Deutschlands, Frankreichs, Großbritanniens und Chinas versammelt.

Auch der Ukrainer Dmytro Kuleba ist da – es geht ja um Russlands Angriffskrieg gegen sein Land. Einer jedoch fehlt: Russlands Außenminister Sergej Lawrow.

Eskalation statt Dialog

Es ist 11:29 Uhr Ortszeit, als der Russe dann doch mit knapp 90 Minuten Verspätung durch die Holztüren des Saals tritt und auf seinem blauen Stuhl Platz nimmt – das erste Mal seit Kriegsbeginn. Drei Minuten später ergreift Lawrow das Wort. Mit ernster Miene hören Außenministerinnen und Außenminister zu, wie der 72-Jährige den Konflikt verteidigt – und weiter eskalieren lässt.

„Diese Politik, Russland zu zermürben und zu schwächen, bedeutet die direkte Einmischung des Westens in den Konflikt und macht ihn zu einer Konfliktpartei“, schimpft Lawrow angesichts der Waffenlieferungen und der Unterstützung für die Ukraine. Verbrechen der Regierung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj würden vom Westen vertuscht nach dem Motto „Selenskyj mag ein Bastard sein, aber er ist unser Bastard“, zürnte er.

Nur einen…