Italiens früherer Ministerpräsident Silvio Berlusconi sorgt kurz vor der Parlamentswahl mit einer Aussage über Wladimir Putin für Aufsehen. Der 85-Jährige behauptet in einem TV-Interview, der Kremlchef sei zum Einmarsch in die Ukraine gedrängt worden. „Putin wurde von der russischen Bevölkerung, von einer Partei, von seinen Ministern gedrängt, sich diese Spezialoperation auszudenken“, sagte Berlusconi im Sender Rai. Berlusconi ist ein Freund des russischen Präsidenten und zögerte nach Kriegsausbruch lange, die Invasion zu verurteilen. Nun sagt er: „Putin ist in eine wirklich schwierige und dramatische Situation gerutscht.“ Er benutze diesen Ausdruck bewusst, weil Putin von Vertretern der zwei selbst ernannten Republiken im Donbass im Februar aufgefordert worden sei, einzuschreiten. Diese hätten Putin überredet mit der Behauptung, die Ukraine greife die Gebiete immer heftiger an. 

Des Weiteren sagt der Parteichef von Forza Italia, der als kleinerer Partner einer Rechts-Koalition beste Chancen auf einen Wahlsieg am Sonntag hat, Putin habe die Regierung in Kiew von Wolodymyr Selenskyj austauschen wollen „mit einer Regierung von anständigen Leuten“.