Krieg in der Ukraine
Abstimmung in besetzten Gebieten startet – was bei den sogenannten Referenden auf dem Spiel steht

Bald russisch? Das umkämpfte Atomkraftwerk Saporischschja, das größte Europas, liegt einer der Regionen, die über ihren Anschluss an Russland „abstimmen“.

© Victor/XinHua / DPA

In den vier russisch kontrollierten Gebieten im Osten und Süden der Ukraine beginnen trotz internationaler Proteste sogenannte Referenden. Abgestimmt wird über die Annexion durch Russland, die Ergebnisse stehen vermutlich schon fest.

Die Ergebnisse stehen mutmaßlich schon fest, ein Großteil der Staaten wird sie nicht anerkennen, doch trotz enormer Kritik und Proteste, starten nun in den russisch kontrollierten Gebieten der Ukraine sogenannte Referenden zur Annexion durch Russland. Betroffen sind die Separatistengebiete im ostukrainischen Donbass sowie die südukrainischen Regionen Cherson und Saporischschja. In Donezk wird die Abstimmung „aus Sicherheitsgründen“ in den ersten Tagen von Tür zu Tür abgehalten, heißt es bei der Wahlbehörde. Erst am 27. September, dem letzten Tag, würden Wahllokale geöffnet.

„Der Donbass kommt nach Hause!“

Zu den von den pro-russischen Behörden angekündigten „Referenden“ hatte der ehemalige russische Präsident und stellvertretende Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, zuletzt erklärt, die Regionen Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja würden „sich Russland anschließen“.

In Wahrheit handelt es sich jedoch um Scheinreferenden, weil sie ohne Zustimmung der Ukraine, unter Kriegsrecht und nicht nach demokratischen Prinzipien ablaufen. Mit den vier Gebieten droht sich Moskau eine Fläche von über 108.000 Quadratkilometern einzuverleiben. Das entspricht der Größe von Bayern und Baden-Württemberg zusammen.

Die Abstimmungen gelten auch als eine Reaktion auf…