Besetzte Gebiete in der Ukraine
Nach den Referenden kommt die Annexion – wie sich das auf die Kriegsführung auswirken kann

Die Fahne der „Volksrepublik“ Donezk in der Hand und das „Z“ der russischen Besatzer auf dem Shirt: In der Botschaft des selbsternannten Staats in Moskau hat das Referendum über den Anschluss an Russland begonnen.

© Alexander Nemenov / AFP

In den besetzten Gebieten in der Ukraine haben vier Scheinreferenden begonnen. Danach gehören Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja zu Russland und aus Sicht Moskaus wird die Ukraine plötzlich zum Aggressor. Wie heißt das für den Krieg?

Im von Russland besetzten Osten und Süden der Ukraine starten die umstrittenen „Volksabstimmungen“. Befragt wird die dortige Bevölkerung, ob sie zur Russischen Föderation gehören will. Die Antwort steht bereits fest, alles andere außer einem klaren Ja dürften die Führung in den vier (Separatisten-)Regionen und vor allem in Moskau nicht akzeptieren. International aber werden die Referenden nicht akzeptiert werden, wie die Ukraine, der Großteil der europäischen Staaten sowie die USA und die Türkei bereits haben verlauten lassen.

Volksabstimmung im Kriegsrecht

Dass es sich um Scheinreferenden mit mutmaßlich manipuliertem Ausgang handelt machen schon die Umstände deutlich: Die Befragung findet ohne Zustimmung der Ukraine statt über deren Territorien abgestimmt wird, unabhängige Beobachter sind nicht zugelassen, es gilt dort das Kriegsrecht, und Russland sowie die Separatisten kontrollieren nicht mal das vollständige Gebiet, in denen die Referenden abgehalten werden. Doch um die Ergebnisse geht es ohnehin nur pro forma. Für die russische Regierung steht im Mittelpunkt sich die Gebiete Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja einzuverleiben.

Die betroffene Fläche von mehr als 100.000 Quadratkilometern entspricht der…