„Haustürbesuche“
Weder frei noch geheim – so laufen die „Referenden“ in der Ostukraine konkret ab

Diese Frau gibt auf der Krim ihren gut sichtbaren Stimmzettel bei dem inszenierten Referendum zur Ost-Ukraine ab

© Konstantin Mihalchevskiy / Sputnik / Imago Images

Die pro-russischen Verwaltungen in der Ost-Ukraine geben sich kaum Mühe, den Anschein eines demokratischen Prozesses bei den inszenierten Referenden zu wahren. So laufen die „Abstimmungen“ konkret ab.

Es ist alles bereit. Die sechs Wahlurnen stehen in Reih‘ und Glied. Eifrige Mitarbeiterinnen bringen noch Siegel an den Behältern an – und wie zur Erinnerung an das gewünschte Ergebnis hängt an der Wand hinter den Boxen die Flagge Russlands. Darüber die Losung „Der Donbass ist unbesiegbar“ auf Russisch an der Wand.

Es sind Bilder wie dieses aus einem Wahllokal in Donezk, die von der russischen Staatsagentur Tass an diesem Freitagmorgen an Redaktionen in aller Welt verschickt werden. Und die vor allem eines sollen: Den Anschein erwecken, dass im Osten der Ukraine alles wie geplant läuft.

Die russische Staatsagentur Tass verbreitete am Freitagmorgen Fotos aus einem Wahllokal in Donezk

© Yegor Aleyev / Tass / Picture Alliance

Die „Referenden“ in vier Regionen des Landes haben begonnen. Die Einwohnerinnen und Einwohner der Gebiete um Donezk, Luhansk, Cherson und Saporischschja sollen bis Dienstag ihre Stimmen abgeben: Verbleib in der Ukraine oder Anschluss an Russland?

Ablauf der Referenden in der Ost-Ukraine dubios

Am vergangenen Montag wurde der Entschluss verkündet, schon vier Tage später geht es los. Die Pläne für die „Referenden“ müssen schon lange in den Schubladen der selbsternannten Regionalregierungen gelegen haben, nun werden sie hastig umgesetzt.

Das Ergebnis der…