Krieg in der Ukraine
Russland startet Scheinreferenden – Kiew: „Propagandashow“

Der Kreml geht bei den Scheinreferenden von einem Ja für einen Beitritt zu Russland aus. Foto

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Trotz internationaler Proteste hat Russland mit Scheinreferenden in den besetzten Gebieten der Ukraine begonnen. Die Menschen sollen über einen Beitritt zum Riesenreich entscheiden.

Mit international als Völkerrechtsbruch kritisierten Scheinreferenden in besetzten ukrainischen Gebieten will sich Russland weite Teile des überfallenen Landes einverleiben.

In den von Russland kontrollierten Teilen der Regionen Luhansk und Donezk im Osten der Ukraine und in den Gebieten Cherson und Saporischschja im Süden begannen die auf fünf Tage angesetzten Urnengänge. Russlands Staatsfernsehen berichtete, Millionen Menschen würden über ihr Schicksal entscheiden.

Laut Umfragen der von Moskau kontrollierten Meinungsforschungsinstitute erwartet der Kreml, dass bis Dienstag zwischen 80 und 90 Prozent für einen Beitritt zu Russland stimmen. Zu sehen waren in den Gebieten Wahlhelferinnen, die mit transparenten Urnen herumliefen, um die Menschen abstimmen zu lassen: Ja oder Nein? Russlands Staatsmedien zeigten nur begeisterte Bürger, die sich auch wegen der sozialen Sicherheiten – unter Kremlchef Wladimir Putin gibt es etwa höhere Renten – auf die Aufnahme in die Russische Föderation freuen.

Ihre Stimme abgeben durften auch ukrainische Flüchtlinge in Russland, die im Zuge des Kriegs zu Hunderttausenden ihre Heimat verlassen hatten. Unter Tränen erzählten Frauen, wie sie sich darauf freuten, bald in ihre Heimat zurückkehren zu können, weil sie dann durch Russlands Schutz keine ukrainischen Angriffe befürchten müssten. Der Chefin der Luhansker Wahlkommission, Jelena Krawtschenko, zufolge sollen rund 300.000 geflohene Bürger in Russland abstimmen.