WM 2022 in Katar
„Peinlich bis katastrophal“: Kapitänsbinde der Nationalelf ohne Regenbogenfarben sorgt für Kritik

Bunt und herzlich, aber eben nicht in Regenbogenfarben: Nationalspieler Jonas Hofmann zeigt die neue Kapitänsbinde als Zeichen gegen Diskriminierung und für Vielfalt

© Sebastian Gollnow / DPA

Viele hatten sich eine Kapitänsbinde in LGBTQ-Farben als Zeichen gegen Homophobie bei der Fußball-WM in Katar gewünscht. Stattdessen wird Manuel Neuer eine „One-Love“-Binde tragen – das finden nicht alle gut.

Thomas Müller hat die Ehre, als Erster die neue Kapitänsbinde der Fußball-Nationalelf zu tragen. Wenn die Mannschaft von Bundestrainer Hansi Flick am Freitagabend (ab 20.45 Uhr live im ZDF) gegen Ungarn aufläuft, wird also eine Binde den linken Arm des Stellvertreters von Manuel Neuer (Ausfall wegen Corona) schmücken, die ähnlich bunt ist wie die LGBTQ-Fahne, aber eben nicht dasselbe. Ein Herz in bunten Farben und der Schriftzug „One Love“ zieren das neue Stück. Sie ist nicht nur als Zeichen gegen Homophobie gedacht, sondern steht ganz allgemein gegen Diskriminierung und für Vielfalt.

Das sorgt für Kritik. „Das wirkt schon schwach. Es ist noch nicht einmal die Pride-Flagge, es sind andere Farben darauf abgebildet. Wenn es das einzige ist, was an Haltung vom DFB kommt, wäre das peinlich bis katastrophal. Ich erwarte vom DFB und denke auch, dass da mehr kommen wird“, sagte der Vertreter der Fan-Organisation „Unsere Kurve“, Dario Minden, in einem Interview der Zeitung „Der Tagesspiegel“.

Hansi Flick weist Kritik zurück

Sogar „tageszeitung“ und „Bild“ sind sich ausnahmsweise mal einig. „Fadenscheinig“ sei die Entscheidung des DFB für die neue Binde, schimpft die linke „taz“, „Regenbogenfeiglinge“ seien sie beim Verband, meckert das Boulevardblatt. Die Vorwurf lautet, dass die neue Binde ein…