Sehen Sie im Video: Schiffswrack in Israel gibt neue Einblicke in Handelsbeziehungen vor 1200 Jahren.

STORY: Ein antikes Schiffswrack vor der Küste Israels gibt Forschern unerwartete Einblicke in die Handelsbeziehungen in der Mittelmeerregion vor etwa 1200 Jahren. Das aus Tannen- und Walnussholz gefertigte Handelsschiff hatte Waren aus verschiedensten Orten am Mittelmeer geladen, erklärte Projektleiterin Deborah Cvikel von der Universität Haifa: „Wir haben Fischsoße gefunden, Trauben oder Rosinen – das ist noch unklar, verschiedene Olivensorten, Feigen. Ein Querschnitt durch Lebensmittel vom Mittelmeer. Gut gelagert und gut erhalten.“ Erste Analysen deuten darauf hin, dass das Schiff aus dem 7. oder 8. Jahrhundert nach Christus stammt. Für die Wissenschaftler eine besonders interessante Epoche. In jener Zeit verlor das weitgehend christliche Byzantinische Reich seine Herrschaft über diesen Teil des östlichen Mittelmeerraums. Die islamische Herrschaft breitete sich aus. Bisher ging die Forschung davon aus, dass die neuen Machtverhältnisse auch Auswirkungen auf den Handel hatten: „Wenn wir in die Geschichtsbücher gucken, steht da normalerweise, dass diese Machtverschiebung von der byzantinischen zur islamischen Herrschaft den Handel fast komplett zum Erliegen brachte. Es gab keinen internationalen Handel mehr im Mittelmeer. Es gab nur noch kleine Schiffe, die etwas Küstenhandel betrieben. Und jetzt haben wir hier ein großes Schiffswrack, von dem wir denken, dass es ursprünglich um die 25 Meter lang war. Und es war – bei aller Bescheidenheit – mit Fracht aus dem gesamten Mittelmeerraum beladen.“ Die Artefakte an Bord zeigen, dass das Schiff in Zypern, Ägypten, möglicherweise in der Türkei und vielleicht sogar an der nordafrikanischen Küste angelegt hatte, sagen die Forscher. Sie hoffen, dass sie das Schiff eines Tages heben und in seiner Gesamtheit der Öffentlichkeit zeigen können. Andernfalls wollen sie es mit Sand bedecken und auf dem Meeresgrund…