Hass im Netz
Wenn Sportler nicht als Menschen wahrgenommen werden

Zuletzt hatten sich die Fußball-Schiedsrichterexperten „Collinas Erben“ nach einer Fülle an Beleidigungen von Twitter zurückgezogen. Foto

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Angebliche Fußballfans richten im Internet ihre Wut gegen Sportler, Funktionäre und Experten. Verschiedene Aktionen zeigen: Ganz so leicht lassen sich die Hetzer nicht verdrängen.

Morddrohungen, Hass und Hetze: Vermeintliche Fußballfans überziehen Sportler, Funktionäre und Experten mit Beleidigungen und Bedrohungen im Internet.

Basketball-Nationalspieler Dennis Schröder erhielt nach dem deutschen Viertelfinal-Erfolg gegen Griechenland bei der EM Todeswünsche per Nachricht. Nach Hunderten von Schmähungen haben sich die Schiedsrichterexperten von „Collinas Erben“ von Twitter vorerst zurückgezogen. Auch dem kommenden RB-Leipzig-Sportgeschäftsführer Max Eberl, der sich mit Verweis auf seinen Gesundheitszustand im Frühjahr bei Borussia Mönchengladbach zurückzog, gilt in den sozialen Medien der Hass vieler Nutzer.

Fanforscher Jonas Gabler sieht in den Anfeindungen dennoch keine auffallende Zunahme an Hetze. „Ich würde nicht sagen, dass es mehr oder schlimmer geworden ist. Es ist ein Phänomen, das es seit den Anfängen von Social Media gibt. Und mit mehr Mitgliedern nehmen eben auch die negativen Kommentare zu“, sagte der Geschäftsführer der Kompetenzgruppe Fankulturen und Sport bezogene Soziale Arbeit (Kofas) der Deutschen Presse-Agentur.

Sportler werden als mediale Kunstfiguren wahrgenommen

„Durch Social Media ist die Schwelle erheblich gesunken, seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen. Oft werden die Sportler nicht als Menschen wahrgenommen, sondern als mediale Kunstfiguren“, fügte Gabler hinzu. Einer Studie der Universität Leipzig zufolge unter 1013…