Energiekrise
Atomkraft-Flaute in Frankreich bereitet Berlin Sorge

Im Atomland Frankreich stehen so viele Kraftwerke still, dass die Stromflaute auch in Berlin mit Sorge verfolgt wird. Foto

© Christophe Karaba/EPA/dpa

Im Atomland Frankreich stehen so viele Kraftwerke still, dass die Stromflaute auch in Berlin mit Sorge verfolgt wird. Paris beschwört die Solidarität mit Deutschland, um über den Winter zu kommen.

Die Atomkraft gehört in Frankreich zum nationalen Selbstverständnis, reihenweise zur Wartung abgeschaltete Meiler bescheren dem Land just vor dem Krisenwinter nun aber ein handfestes Versorgungsproblem.

Während es für die Bevölkerung Sparsamkeitsappelle kombiniert mit dem Hinweis gibt, dass kein Blackout drohe, macht die Regierung Druck auf den mehrheitlich staatlichen Stromkonzern EDF, die AKW gefälligst schnell wieder ans Netz zu bringen. Paris sucht außerdem den Schulterschluss mit Berlin, um Engpässe bei Strom und Gas gemeinsam zu meistern. An der Grenze zum Saarland nimmt Frankreich kommende Woche außerdem ein Kohlekraftwerk wieder in Betrieb.

Als Erklärung dafür, dass – Stand Donnerstag – 28 der 56 Kraftwerke abgeschaltet waren, nennt EDF aufgeschobene Wartungen in der Corona-Krise und Korrosionsprobleme, auf die derzeit 13 Reaktoren überprüft werden. Der alternde Kraftwerkspark erfordert außerdem eine aufwendigere Wartung, anders als ursprünglich geplant sollen die Meiler nun länger als 40 Jahre am Netz bleiben.

Eine externe Untersuchung bei EDF nennt indes auch „vielfältige Faktoren der Ineffizienz“ als Grund für die langen Wartungsfristen. Gründe seien etwa die Regularien und das Arbeitsrecht, weshalb die Wartung der Meiler in Frankreich viel länger als im Ausland dauere. Wie ein Experte der Zeitung „Le Figaro“ sagte, stehe ein Kraftwerk in den USA 30 Tage zur Wartung still, in Frankreich dauere dies 70 bis…