Mehr als drei Jahre nach den Abstürzen von zwei Boeing-Flugzeugen hat die US-Börsenaufsicht SEC gegen den Flugzeugbauer eine Geldbuße in Höhe von 200 Millionen Dollar (rund 203 Millionen Euro) verhängt. Boeing habe „fahrlässig“ gegen die Betrugsbekämpfungsvorschriften der US-Wertpapiergesetze verstoßen, heißt es in einer Mitteilung der SEC. Das Unternehmen soll die Öffentlichkeit über die Sicherheit der Maschinen getäuscht haben. Boeing habe „Profite über Menschenleben“ gestellt, erklärte die SEC weiter.

Der Flugzeugbauer stimmte der Zahlung der Geldbuße zu, um das Verfahren zu beenden. Zudem willigte der frühere Boeing-Vorstandsvorsitzende Dennis Muilenburg der Zahlung von einer Million Dollar ein, um ein Zivilverfahren gegen ihn wegen derselben Vorwürfe beizulegen. Weder Boeing noch Muilenburg haben damit aber ein Fehlverhalten zugegeben.

346 Tote bei zwei Flugzeugunglücken

Bei den Abstürzen von Boeing-Maschinen des Typs 737 MAX waren 2018 und 2019 insgesamt 346 Menschen gestorben. Andere Maschinen der Baureihe durften daraufhin monatelang nicht fliegen, bis die Ursache gefunden wurde. Wie sich später herausstellte, hatte unter anderem die mangelhafte Ausbildung der Piloten mit einem Flugassistenzsystem zu den Abstürzen geführt.

Im Oktober 2018 stürzte eine Boeing 737-Max der indonesischen Fluglinie Lion Air ab

Beschwichtigende Aussagen

Einen Monat nach dem ersten Absturz habe eine von Boeing-Chef genehmigte Pressemitteilung  „selektiv bestimmte Fakten unterstrichen“, heißt es in der SEC-Mitteilung. Zudem seien darin menschliches Versagen des Piloten und eine mangelhafte Wartung der Maschine als Teilursachen des Absturzes dargestellt worden. Zudem sei die Sicherheit des Flugzeugtyps versichert worden. Dabei habe Boeing unterschlagen, dass dem Unternehmen damals schon bekannt war, dass ein wichtiges Assistenzsystem Sicherheitsmängel aufwies und deshalb zum Zeitpunkt der Veröffentlichung gerade überarbeitet wurde. Boeing und Vorstandschef…