„Keiner will sterben, das ist doch klar
wozu sind denn dann Kriege da?
Herr Präsident, du bist doch einer von diesen Herren
du musst das doch wissen
kannst du mir das mal erklären?
Keine Mutter will ihre Kinder verlieren
und keine Frau ihren Mann
Also warum müssen Soldaten losmarschieren?
Um Menschen zu ermorden – mach mir das mal klar
Wozu sind Kriege da?“

Diese Worte sangen die berühmte russische Sängerin Alla Pugatschowa und der deutsche Rockmusiker Udo Lindenberg gemeinsam beim 12. Weltfestival der Jugend und Studenten, das im Sommer 1985 in Moskau stattfand. Pugatschowa sang das Lied „Wozu sind Kriege da?“ auf Russisch, Lindenberg auf Deutsch.

Als Udo Lindenberg erfuhr, dass Alla Pugatschowa wegen ihrer Positionierung gegen den Ukraine-Krieg in Russland mit einer ganzen Flut von Kritik konfrontiert wird, zitierte er in seinem Facebook-Account aus dem Lied „Wozu sind Kriege da?“

„Sie stehen sich gegenüber und könnten Freunde sein
doch bevor sie sich kennenlernen, schießen sie sich tot
Ich find‘ das so bekloppt, warum muss das so sein?“

Alla Pugatschowa und ihr Mann Maxim Galkin 2019

Außerdem zitierte Lindenberg aus dem Post der Sängerin auf Instagram, in dem Alla Pugatschowa sich ein Ende „des Sterbens unserer Kinder für illusorische Ziele, die unser Land zu einem Außenseiter machen und das Leben unserer Bürger erschweren“ herbeisehnt. Sie solidarisiert sich in diesem Post zudem mit ihrem Ehemann, dem Komiker und Moderator Maxim Galkin, der sich für seine Heimat „Wohlstand, ein friedliches Leben und Redefreiheit“ wünscht. Sie ruft die russischen Behörden dazu auf, auch sie als ausländische Agentin zu brandmarken – so werden in Russland viele Kreml-Kritiker bezeichnet, die sich gegen den Ukraine-Krieg oder Putins Politik allgemein äußern.

Lindenberg: „Verlogene Kreml-Propaganda“

Im Gespräch mit der DW sagte Lindenberg auf die Frage, ob er das Lied „Wozu sind Kriege da?“ mit Alla Pugatschowa heute wieder singen würde: „Das Lied können wir immer wieder…