Wer sich mit der Geschichte der rechtsextremen und faschistischen Bewegungen im Großbritannien der 1930er-Jahre beschäftigt, stößt unweigerlich auf die Namen Unity Mitford und Oswald Mosley.

Gerüchten zufolge soll Unity Mitford Adolf Hitlers Partnerin gewesen sein. Mit ihrer Persönlichkeit und ihren Ideen setzten sich unter anderem David Pryce-Jones in „Unity Mitford: An Enquiry into Her Life and the Frivolity of Evil“ (1977) oder David Litchfield in „Hitler’s Valkyrie: The Uncensored Biography of Unity Mitford“ (2014) auseinander.

Oswald Mosley, zwischen 1932 bis 1940 Anführer der British Fascists Union, und seine Bewegung wurden ebenfalls in mehreren Büchern analysiert, beispielsweise in Martin Pughs „Hurrah for the Blackshirts!“ (2005), Graham Macklins „Failed Führers: A History of Britain’s Extreme Right“ (2020) und Richard C. Thurlows „Fascism in Britain: From Oswald Mosley’s Blackshirts to the National Front“ (1998).

Komplizenschaft mit den Nazis

Lauren Young, Autorin des Buches „Hitler’s Girl“

Im August ist noch ein weiteres Buch dazu erschienen: „Hitler’s Girl: The British Aristocracy and the Third Reich on the Eve of WWII“ (Hitlers Mädchen: Die britische Aristokratie und das Dritte Reich am Vorabend des Zweiten Weltkriegs). Die Autorin, die Yale-Dozentin Lauren Young, hat für ihre Recherchen auf neues, nicht klassifiziertes Material zurückgegriffen.

Young beleuchtet die Komplizenschaft britischer Aristokraten mit Hitler-Deutschland. Sie deckt auf, welche Gefahren daraus für die britische Demokratie jener Zeit erwuchsen. „Wir werden mit Informationen über den Zweiten Weltkrieg, Hitler und die Nazis überschwemmt“, sagt die Autorin im Gespräch mit der Deutschen Welle, „die westlichen liberalen Demokratien stehen heute vor ähnlichen Herausforderungen wie Großbritannien in den 1930er-Jahren.“ Als Dozentin hat Young zuvor an der London School of Economics gelehrt und war als politische Beraterin tätig, unter anderem bei der UNO.

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