Terrorismus
Deutsche sagt im Prozess um Nizza-Anschlag aus

Polizisten stehen um den Lastwagen, mit dem der Attentäter in Nizza in eine Menschenmenge an der Strandpromenade gerast war. Foto

© Andreas Gebert/dpa

Eine Berliner Oberstufenklasse ist 2016 in Nizza, als der Lkw in eine Menschenmenge rast. Eine Lehrerin und zwei Schülerinnen sterben. Bei Gericht wendet sich nun eine Mutter direkt an die Angeklagten.

Die Tränen der Mutter und ihr Ringen um Fassung dringen im großen Saal des Pariser Justizpalastes als erstes aus den Lautsprechern, noch ehe die Nebenklägerin aus Deutschland die ersten Worte ins Mikrofon spricht. Hunderte Kilometer ist sie erneut nach Frankreich gereist, um sich stark zu machen für ihre Tochter, die 2016 beim Terroranschlag auf der Strandpromenade von Nizza aus dem Leben gerissen wurde. Unter den 86 Todesopfern der mutmaßlich islamistisch motivierten Lkw-Attacke waren damals auch zwei Schülerinnen und eine Lehrerin der Berliner Paula-Fürst-Schule, die auf einer Oberstufenfahrt in der südfranzösischen Stadt waren.

„Es war die Abschlussklassenfahrt, sie wollte eigentlich gar nicht mit“, sagt die 44-Jährige vor dem Spezialgericht, das das Verfahren zu dem Anschlag verhandelt. Eine Dolmetscherin überträgt die Worte der Mutter. Am Tag selber habe sie noch mit ihrer Tochter telefoniert. „Normalerweise sollte sie am nächsten Tag zurückkehren“, sagt sie. „Für mich war sie ein kleines Mädchen, das gerade 18 geworden ist und das von der Welt noch viel sehen wollte, das ist nicht fair.“ Und mit Blick auf die Angeklagten im Saal fügt sie hinzu: „Ich möchte, dass die Leute, die dabei waren, die mitgemacht haben, nicht mehr rauskommen. Ihr seid grausam.“

Sieben Männer und eine Frau müssen sich in dem Prozess als mutmaßliche Unterstützer verantworten. Drei von ihnen wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung…