Das Wichtigste in Kürze: Cherson, Luhansk und Donezk kündigen Beitritts-Referenden an Baerbock betont Rolle der UN bei Krisenbewältigung DB will mit ukrainischer Staatsbahn enger kooperieren Medwedew will mit Referenden russische Eroberungen absichern  Deutsche Gasspeicher sind zu mehr als 90 Prozent gefüllt

 

Die von Russland anerkannten „Volksrepubliken“ Luhansk und Donezk im Osten sowie das umkämpfte Gebiet um Cherson im Süden der Ukraine wollen noch in dieser Woche in einem umstrittenen Verfahren über einen Beitritt zur Russischen Föderation abstimmen lassen. Das teilten die Regionen mit. Die Scheinreferenden, die weder von der Ukraine noch von der internationalen Gemeinschaft anerkannt werden, sollen demnach vom 23. bis 27. September abgehalten werden. Die zeitgleichen Scheinreferenden gelten als Reaktion auf die aktuelle ukrainische Gegenoffensive im Osten des Landes.

Auf ähnliche Weise annektierte Russland 2014 die ukrainische Halbinsel Krim. International wurde die Abstimmung nicht anerkannt. Auch diesmal ist eine Anerkennung nicht in Sicht. 

Atomwaffen als „Mittel des Selbstschutzes“

Zuvor hatte der ehemalige russische Präsident Dmitri Medwedew Beitrittsreferenden in den von Moskau besetzten Gebieten in der
Ukraine gefordert, um diese unwiderruflich an Russland anzugliedern. „Nach ihrer Durchführung und der Aufnahme der neuen Territorien in den Bestand Russlands nimmt die geopolitische Transformation in der Welt unumkehrbaren Charakter an“, schrieb er auf seinem Telegram-Kanal. Russland könne nach dem Beitritt der Gebiete „alle Mittel des Selbstschutzes“ anwenden. Russische Kommentatoren wiesen darauf hin, dass das Atomwaffen einschließe.

Ukrainische Soldaten in der Region Donezk (Archivbild)

Der russische Politologin Tatjana Stanowaja meinte, dass Putin sich nach dem Scheitern seiner ursprünglichen Pläne, die Gebiete rasch einzunehmen, zu den
Beitrittsreferenden entschieden habe. Nach Aufnahme der Gebiete habe er die…