Niemand weiß, zu welchen Mitteln Russlands Präsident unter zunehmendem Erfolgsdruck noch greifen könnte. US-Präsident Biden und Bundeskanzler Olaf Scholz befürchten offenkundig eine drastische Eskalation. 

Wie wird er reagieren? Die einen sagen so, die anderen so. Wladimir Putin sagt: „Wir reagieren zwar eher zurückhaltend, aber das ist vorerst so.“

Russlands Präsident hat in den vergangenen Tagen und Wochen eine Reihe von Rückschlägen auf seinem Feldzug gegen die Ukraine hinnehmen müssen. Die russische Armee hat sich infolge einer Gegenoffensive aus zahlreichen umkämpften Gebieten zurückgezogen. Die Kritik an Putins Kriegsführung im eigenen Land wächst. Zuletzt sind sogar die Staatsoberhäupter Chinas und Indiens – die beide entscheidend dazu beigetragen haben, dass die russische Wirtschaft nicht unter den westlichen Sanktionen kollabiert – auf Distanz gegangen. 

Und einmal mehr stellt sich die Frage, welche unheilvollen Konsequenzen der Kriegstreiber aus dem Kreml daraus ziehen könnte.

Interview

Frontverlauf in der Ukraine

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09.09.2022

„Wenn sich die Situation weiterhin so entwickelt“, sagte Putin am Freitag bei einem Gipfeltreffen in Usbekistan, „dann wird die Antwort ernster ausfallen“. Die russischen Angriffe auf Kraftwerke und einen Staudamm als Reaktion auf die ukrainische Gegenoffensive seien „Warnungen“ gewesen.

Am selben Tag sagte der stellvertretende Direktor der CIA, David S. Cohen, auf einer Konferenz in Washington, dass mehr oder weniger mit allem zu rechnen ist. „Ich denke nicht, dass wir Putins Festhalten an seinem ursprünglichen Ziel unterschätzen sollten, nämlich die Kontrolle der Ukraine“, so Cohen. „Wir sollten seine…