Vierzig Jahre ist es her, seit im September 1982 in den Vereinigten Staaten die erste „Banned Books Week“ stattfand. Die Initiatoren reagierten damit „auf einen plötzlichen Anstieg der Zahl an Anfechtungen von Büchern in Schulen, Buchhandlungen und Bibliotheken“, wie die Website bannedbooksweek.org schreibt. Seither findet die „Banned Books Week“ jedes Jahr im September statt.

Ausschlaggebend war seinerzeit das Gerichtsverfahren Island Trees School District gegen Pico vor dem Obersten Gerichtshof der USA. Die Richter entschieden mit knapper Mehrheit, die Beamten der Junior High und High School hätten kein Recht gehabt, Bücher wegen ihres Inhalts aus der Schulbibliothek auszusondern. Das Gericht berief sich auf den Ersten Verfassungszusatz. Die Schule hatte 1976 neun Bücher aus ihrer Bücherei entfernt, darunter Kurt Vonneguts „Slaughterhouse-Five“ („Schlachthof 5“). Ihre Begründung: Die Werke seien „antiamerikanisch, antichristlich, antisemitisch und einfach nur schmutzig“.

Verfassung: Keine Geschmacksgründe

Der Erste Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika (englisch: „First Amendment“) ist Bestandteil des als „Bill of Rights“ bezeichneten Grundrechtekatalogs der Verfassung der Vereinigten Staaten. Der 1791 verabschiedete Artikel verbietet es dem US-Kongress, Gesetze zu verabschieden, die die Redefreiheit, Religionsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit oder das Petitionsrecht einschränken. Außerdem verbietet der Artikel die Einführung einer Staatsreligion und die Bevorzugung oder Benachteiligung einzelner Religionen durch Bundesgesetze.

Das Oberste Gericht befand nun, dass „die örtlichen Schulbehörden keine Bücher aus den Regalen der Schulbibliotheken entfernen dürfen, nur weil sie die in diesen Büchern enthaltenen Ideen nicht mögen.“

Die US-Büchercommunity zieht mit

Es war Judith Krug, eine prominente amerikanische Aktivistin für den Ersten Verfassungszusatz und das Bibliothekswesen, die die „Woche der verbotenen…