Roger Federer beendet Karriere
Der Größte mit dem kleinsten Ego

Dominierte die Tennisszene über Jahre: der Schweizer Roger Federer

© William WEST / AFP

Roger Federer beendet seine Profi-Karriere. Mit dem Schweizer tritt nicht nur der für viele beste Tennisspieler alles Zeiten ab, es verabschiedet sich einer der ganz Großen unserer Zeit.

„Ich muss einsehen, wann die Zeit gekommen ist, meine professionelle Karriere zu beenden“, schreibt Roger Federer am Donnerstag bei Instagram und löst damit zahlreiche Eilmeldungen rund um den Globus aus. Zwar ist der Schweizer inzwischen 41 Jahre alt und gehört schon seit Längerem nicht mehr zu den aktuell besten seines Sports. Sein letzter Grand-Slam-Sieg liegt bald fünf Jahre Zurück, sein letztes Turnier gewann er, als Corona für die meisten noch eine Biersorte war. Trotzdem geht an diesem Tag eine Ära zu Ende, eine Sportlerkarriere, wie es wohl keine zweite gibt oder geben wird.

Roger Federer wird von vielen, inklusive dem Autor dieser Zeilen, als der GOAT, der greatest of all time, des Tennis angesehen. Zwar hält er inzwischen nicht mehr den Rekord der meisten Grand-Slam-Siege, seine ewigen Konkurrenten Rafael Nadal und Novak Djokovic haben ihn um einen respektive zwei Gewinne überholt. Doch wie mein geschätzter Kollege Tim Sohr hier 2018 schon an ganz ähnlicher Stelle schrieb: Seine Bedeutung ist nicht in Zahlen zu messen.

Federer hat diesen Sport über Jahre in einer Weise dominiert, die heraussticht aus all den großen Namen des Tennis. Er hat stets begeistert mit seiner Art zu spielen, mit den federleichten Schritten, dem eleganten Schwung. Bei ihm sah es immer so leicht aus, ist eine abgedroschene Phrase, aber wenn jemand sie verdient hat, dann er. Er zerstörte die Konkurrenz jahrelang auf dem Platz und wirkte dabei oft, als hätte er noch nicht mal angefangen zu schwitzen. Er befreite sich immer…