Energiekrise
Kohleimporteure fordern längeren Kraftwerksbetrieb

Um Gas zu sparen, setzt die Bundesregierung vorübergehend auf mehr Kohlestrom. Foto

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Um Gas zu sparen, setzt die Bundesregierung vorübergehend auf mehr Kohlestrom. Kraftwerke sollen im kommenden Winter verstärkt einspringen. Aus Sicht der Kohleimporteure ein viel zu kurzer Zeitraum.

Der Verein der Kohleimporteure (VDKi) pocht auf mehr Planungssicherheit für den in der Energiekrise wieder verstärkten Einsatz von Kohle zur Stromerzeugung. Das sei wichtig, um die nötigen Kapazitäten für den Umschlag in europäischen Seehäfen zu schaffen, aber auch für den Transport, betonte der Verein.

Er sehe kein Problem, genug Kohle an die europäischen Häfen zu bekommen, sagte der VDKi-Vorstandsvorsitzende Alexander Bethe. Zwei Drittel der deutschen Importe gingen über Amsterdam, Rotterdam und Antwerpen. „Allerdings drohen Engpässe beim Umschlag, die Terminal-Kapazitäten sind begrenzt. Die wurden in den letzten Jahren stark zurückgefahren, nun braucht es wieder Personal“, so Bethe. „Das bekommen Sie aber nur, wenn es auch eine Perspektive gibt. Niemand in den großen Seehäfen stellt langfristig Leute ein, nur weil die deutsche Politik sagt: Wir müssen die Importmengen bis April vorübergehend erhöhen.“

Stromproduktion

Die Bundesregierung will Strom wieder vermehrt aus Kohle produzieren lassen, um in der Energiekrise Gas zu sparen. Seit dem 14. Juli erlaubt eine Verordnung, dass Steinkohlekraftwerke aus der sogenannten Netzreserve wieder in Betrieb gehen können. Dies ist aber gebunden an die zurzeit geltende Alarmstufe des Notfallplans Gas und zudem bis zum 30. April kommenden Jahres befristet.

Der stellvertretende Vorstandsvorsitzende Stephan Riezler berichtete, in Verhandlungen mit…