Pflegekräfte
Lauterbach: „Wir brauchen ein Umdenken in der Klinikbranche“

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach während einer Pressekonferenz. Foto

© Kay Nietfeld/dpa

Viele Pflegerinnen und Pfleger in Krankenhäusern arbeiten am Limit oder schon darüber hinaus. Die Regierung bringt nun ein Instrument auf den Weg, das Unterbesetzung vermeiden soll. Doch es gibt Kritik.

Kliniken sollen neue verpflichtende Vorgaben für eine bessere Besetzung mit Pflegekräften bekommen. Darauf zielen Pläne von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, die das Kabinett beschlossen hat.

Eine angemessene Personalausstattung sei essenziell für die Qualität der Patientenversorgung und auch für die Arbeitssituation der Pflegekräfte, sagte der SPD-Politiker. Konkret soll eine Methode zur Personalbemessung auf den Stationen eingeführt und ab 2025 Pflicht werden. Krankenkassen und Kliniken kritisierten den Gesetzentwurf, der nun noch in Bundestag und Bundesrat kommt.

Lauterbach sagte: „Wir brauchen ein Umdenken in der Klinikbranche.“ Pflegekräfte seien extrem belastete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Für viele gehörten Wochenenddienste, Schichtwechsel und unterbesetzte Stationen zum Arbeitsalltag. „Nur wer sie gut bezahlt, Überstunden ausgleicht, ihre Stationen gut besetzt, wird am Arbeitsmarkt Pflegekräfte halten oder neue gewinnen.“

Krankenhäuser sollen über das Gesetz verpflichtet werden, mit einer ausreichenden Zahl von Pflegekräften zu arbeiten, wie das Ministerium erläuterte. Um die Situation mittelfristig zu verbessern, sollen „Idealbesetzungen“ für Stationen errechnet und durchgesetzt werden. Umgesetzt werden soll dies über ein Instrument zum Ermitteln des Personalbedarfs, das mit Beteiligten der Branche entwickelt wurde.

Keine Gefahr von Stationsschließungen