Parlamentswahl
Schweden vor Regierungswechsel – Ministerpräsidentin geht

Magdalena Andersson will ihren Rücktritt als Ministerpräsidentin einreichen. Foto

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Mehrere Tage nach einem denkwürdigen Wahlabend gibt sich Ministerpräsidentin Andersson geschlagen. Ihr konservativer Herausforderer Kristersson darf sich nun an der Regierungsbildung versuchen.

Nach acht Jahren unter sozialdemokratischer Führung steht Schweden vor einer politischen Zeitenwende. Drei Tage nach der Parlamentswahl kündigte die sozialdemokratische Ministerpräsidentin Magdalena Andersson an, angesichts einer dünnen Mehrheit des konservativ-rechten Lagers an diesem Donnerstag ihren Rücktritt einzureichen.

Damit ist der Weg ihres konservativen Herausforderers Ulf Kristersson frei, um sich an der Bildung einer neuen Regierung zu versuchen. Wegen eines Rekordergebnisses der von ihm als Unterstützerpartei eingeplanten rechtspopulistischen Schwedendemokraten dürfte dies alles andere als einfach werden.

Hauchdünner Vorsprung

Schweden hatte am Sonntag einen packenden Wahlkrimi erlebt, bei dem beiden Lagern vorübergehend eine knappe Mehrheit im 349 Sitze fassenden Reichstag von Stockholm vorhergesagt wurde. In ersten Prognosen lag Anderssons linksgerichtetes Lager noch in Führung, dann wendete sich das Blatt im Laufe des Abends zugunsten von Kristersson. Bei der Auszählung letzter Stimmen am Mittwoch, bei der das vorläufige Endergebnis am späten Abend noch ausstand, wuchs dessen hauchdünner Vorsprung dann auf immerhin 176 zu 173 Mandaten an.

Andersson gab sich daraufhin geschlagen, noch bevor die allerletzten Stimmen ausgezählt worden waren. Das konservativ-rechte Lager habe eine knappe Mehrheit erhalten, stellte sie auf einer Pressekonferenz in Stockholm fest. „Das ist eine…