„Existenzbedrohende Forderung“
Zu sozial fürs Finanzamt: Lemonaid drohen Steuernachzahlungen in Millionenhöhe

Mit einer Petition will Lemonaid die bürokratischen Hürden abbauen

© Lemonaid / PR

12.09.2022, 12:08
3 Min. Lesezeit

Von jeder verkauften Flasche spendet die Hamburger Getränkefirma Lemonaid ein paar Cent für gute Zwecke – und das seit Jahren. Doch das Finanzamt will das soziale Engagement nicht anerkennen und fordert eine heftige Steuernachzahlung. Mit einer Petition kämpft Lemonaid nun für eine Änderung der Gesetze.

Lemonaid und die deutschen Behörden – das wird keine Liebesgeschichte mehr. 2019 und 2020 drohten verschiedene Ämter, dem Szenegetränk den Status als Limonade abzuerkennen, weil zu wenig Zucker drin sei. Die Zuckerposse und der Kampf der Hamburger Firma für eine Überarbeitung der Getränke-Leitlinien erregte bundesweite Aufmerksamkeit. Nun hat Lemonaid wieder Behördenärger.

Diesmal aber nicht, weil es zu gesund ist, sondern zu sozial. Wegen seines finanziellen Engagements für soziale Projekte drohen Lemonaid Steuernachzahlungen an das Hamburger Finanzamt in Millionenhöhe. „Die Forderungen des  Finanzamts sind für uns existenzbedrohend“, sagt Lemonaid-Gründer Paul Bethke zum stern. „Wir werden abgestraft, weil wir zu viel Gutes tun.“

Finanzamt sieht den Gegenwert nicht

Was absurd klingt, hat folgenden Hintergrund: Die Getränkefirma Lemonaid versteht sich als Sozialunternehmen und überweist für jede verkaufte Flasche 5 Cent an den unabhängigen und gemeinnützigen Verein Lemonaid & ChariTea e.V.. So sind bis heute schon über sieben Millionen Euro zusammengekommen, mit denen der Verein Sozialprojekte in den Anbauregionen unterstützt. Vertraglich geregelt ist das Ganze durch einen Sponsoringvertrag zwischen Getränkefirma und Verein. Auf diese Weise verpflichtet sich Lemonaid selbst,…