Parlament
Schweden wählt: Kommt es zum Rechtsruck in Stockholm?

Ministerpräsidentin Magdalena Andersson führt das linke Lager um die Sozialdemokraten an. Foto

© Kay Nietfeld/dpa

International war Schweden zuletzt vor allem wegen seines Nato-Mitgliedantrags und dem Corona-Sonderweg in den Schlagzeilen. Vor der Parlamentswahl haben aber ganz andere Themen den Wahlkampf geprägt.

Schweden wählt heute ein neues Parlament. Knapp 7,8 Millionen Menschen in dem skandinavischen EU-Land sind dazu berechtigt, mit ihren Stimmen eine neue Zusammensetzung im Reichstag von Stockholm festzulegen.

Kurz vor der Wahl lagen das linksgerichtete Lager um die Sozialdemokraten von Ministerpräsidentin Magdalena Andersson und ein konservativ-rechter Block einschließlich der rechtspopulistischen Schwedendemokraten Umfragen zufolge nahezu gleichauf. Wie bereits nach der Parlamentswahl 2018 wird angesichts schwieriger Mehrheitsverhältnisse mit einer langen und komplizierten Regierungsbildung gerechnet.

Schweden hat sich angesichts des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine ebenso wie Finnland im Mai dazu entschlossen, einen Antrag auf Nato-Mitgliedschaft zu stellen. Die Nato spielte im Wahlkampf jedoch kaum eine Rolle. Auch der Kampf gegen die Klimakrise wurde in Fernsehdebatten der Parteichefs nur am Rande thematisiert.

Energiepreise und Bandenkriminalität im Fokus

Zwei andere Themen prägten den Wahlkampf dagegen sehr: die stark gestiegenen Energiepreise und die grassierende Bandenkriminalität. Letztere zeigt sich in Schweden seit längerem immer wieder in oft tödlichen Schüssen sowie vorsätzlich herbeigeführten Explosionen. In keinem anderen Land in Europa habe sich eine solche Lage entwickelt wie in Schweden, sagte der Parteichef der Moderaten, Ulf Kristersson, diese Woche in einer TV-Debatte. Er…