Bei Hohentengen
Schweiz will Atommülllage weniger Kilometer vor der deutschen Grenze bauen

Die radioaktiven Abfälle sollen in mehreren hundert Metern Tiefe eingebettet werden – weniger Kilometer südlich der deutschen Grenze (Symbolbild)

© Sebastian Kahnert / Picture Alliance

10.09.2022, 19:59
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Dass das Schweizer Atommüll-Endlager an der deutschen Grenze stehen soll, war schon klar. Jetzt wird bekannt, wo genau gebaut werden soll. Der Standort soll sich wenige Kilometer südlich der deutschen Gemeinde Hohentengen befinden.

Die Schweiz will das Endlager für Atommüll an der Grenze zu Deutschland wenige Kilometer südlich der deutschen Gemeinde Hohentengen bauen. Das teilte der Sprecher der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra), Patrick Studer, am Samstag mit. Die Entscheidung war ursprünglich für Montagmorgen angekündigt worden. Zur Auswahl standen noch zwei weitere Standorte, die ebenfalls sehr nah an der deutschen Grenze liegen.

Atommüll soll muss bis zu 200.000 Jahre eingeschlossen sein

Die ausgewählte Region Nördlich Längern liegt teilweise in Sichtweite von Ortschaften im baden-württembergischen Hohentengen. Dort sollen die Abfälle in mehreren hundert Metern Tiefe in Opalinuston eingebettet werden. „Die benötigte Einschlusszeit beträgt bei hochaktiven Abfällen etwa 200.000 Jahre und bei schwach- und mittelaktiven Abfällen rund 30.000 Jahre“, heißt es auf der Webseite der Nagra.

Konkret geht es um etwa 9300 Kubikmeter hoch radioaktive Abfälle und 72.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Sie stammen aus den einst fünf Schweizer Atomkraftwerken sowie aus Medizin und Industrie. Vier Atomkraftwerke laufen noch. Sie sollen nicht ersetzt, dürfen aber betrieben werden, so lange ihre Sicherheit gewährleistet ist. Das kann bis in die 2040er…