Er sei „als Anführer supergut“ und „ein super Mensch“ sagt Basketball-Nationalspieler Justus Hollatz über seinen Mannschaftskapitän und auch Teamkollege Maodo Lo ist voll des Lobes. Basketball-Deutschland könne sich „glücklich schätzen, einen Dennis Schröder zu haben“. Für Bundestrainer Gordon Herbert war es „eine der einfachsten Entscheidungen“, die er je treffen musste, als er den Routinier mit großer NBA-Erfahrung vor der Heim-EM zum Kapitän ernannte.

Tatsächlich ist Schröder zum Chef des Nationalteams avanciert. Der Spielmacher trägt schon aufgrund seiner Position die Hauptverantwortung, nimmt diese Rolle aber auch voll an. Schröder trägt nicht nur die Bälle nach vorne und leitet Angriffe ein. Er nimmt die wichtigen Würfe, sucht mit schnellen Drives den Weg zum Korb und ist sich auch für die „Drecksarbeit“ in der Verteidigung nicht zu schade. Als seine Mitspieler im Vorrundenspiel gegen Slowenien und Superstar Luka Doncic mit Foulproblemen zu kämpfen hatten, übernahm er trotz eines Größen- und Gewichtsnachteils von 16 Zentimetern und 26 Kilogramm die schwierige Aufgabe, den Ausnahmespieler in Manndeckung zu nehmen und vom deutschen Korb fernzuhalten.

Schwerstarbeit in der Abwehr: der „kleine“ Dennis Schröder (l.) gegen den „großen“ Luka Doncic (r.)

Nach einem technischen und einem unsportlichen Foul flog Schröder zwar kurz vor Ende des Spiels gegen die Slowenen vorzeitig vom Parkett, doch statt sich danach zu verkriechen, erschien er auf eigenen Wunsch bei der Pressekonferenz, um dort seine Sicht der Dinge zu erklären. „Wir brauchten auch mal eine Niederlage“, sagte er und suchte die Fehler auch bei sich selbst, indem er Wurfquote und Wurfauswahl hinterfragte.

Dass er immer vorangeht, bewies Schröder auch im nächsten Spiel gegen Ungarn: Dabei stand er gar nicht auf dem Feld, sondern wurde für die anstehende K.o.-Runde geschont. Stattdessen begleitete er das Spiel der Kollegen aktiv von der Seitenlinie, feuerte an, gab Tipps und jubelte…