CO2-Ausstoß
Ökobauer gegen Autobauer: Klima-Klage gegen VW vertagt

Landwirt Ulf Allhoff-Cramer macht den Autokonzern VW mitverantwortlich für Schäden an seinem Hof. Foto

© Lino Mirgeler/dpa

Wenn es ein einzelner Ökolandwirt mit einem Weltkonzern aufnimmt, ist das ein ungleiches Duell. Unterstützt von Greenpeace will der Kläger ein baldiges Verkaufsverbot für Benziner- und Dieselautos durchsetzen. Nun geht sein Verfahren gegen VW in die Verlängerung.

Eine Abweisung der ungewöhnlichen Klage gab es nicht – wie der juristische Streit über mehr Klimaschutz zwischen einem Biobauern und VW ausgeht, ist aber schwer zu sagen. Der Ökolandwirt Ulf Allhoff-Cramer nahm die Vertagung durch das Detmolder Landgericht am Freitag mit gemischten Gefühlen auf. „Ich bin froh, dass das Gericht weiterverhandelt“, sagte der 62-Jährige. Doch der für den 3. Februar 2023 angesetzte Folgetermin sei recht spät: „Ich bin traurig, dass wir ein halbes Jahr verlieren. Die Zeit läuft uns davon.“

Die Klimakrise schreite „entsetzlich schnell“ voran und gefährde die Existenz vieler bäuerlicher Betriebe. Der Volkswagen-Konzern müsse endlich Verantwortung übernehmen und rascher als bisher umsteuern.

Mit seiner Klage will Allhoff-Cramer den Branchenriesen zwingen, den Verkauf von Autos und leichten Nutzfahrzeugen mit Verbrennungsmotoren spätestens 2030 weltweit einzustellen. Im Mai hatte es eine erste Verhandlung gegeben, die für den Bauern ernüchternd verlaufen war: Der Vorsitzende Richter Manfred Pohlmeier hatte ihn gewissermaßen zum Nachsitzen verdonnert. Am Freitag stellte sich nun die Frage, was die Kammer zu den geänderten Klageanträgen sagen würde. Möglich war, dass sie die Sache abhakt und die Klage abweist. Das war nicht der Fall.

Nur eine Minute sprach der Richter. Einen Teil der Klage – einen Antrag, mit dem VW prozentuale CO2-Senkungsvorgaben…