Auf dem Bundesparteitag in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover votierten 559 Delegierte nach einer kontrovers geführten Debatte für einen von CDU-Parteichef Friedrich Merz vorgelegten Kompromiss. 409 Delegierte stimmten dagegen, elf enthielten sich.

Der Antrag sieht vor, dass in Vorständen ab der Kreisebene vom kommenden Jahr an ein Drittel der Posten mit Frauen besetzt werden muss. Der Anteil steigt 2024 auf 40 und im Juli 2025 dann auf 50 Prozent. 2029 soll die Regelung auslaufen. Mit der Zustimmung blieb Parteichef Merz ein erster innerparteilicher Dämpfer in seiner gut sieben Monate langen Amtszeit erspart.

Die CDU hat sowohl unter den Mitgliedern als auch in Parlamenten einen unterdurchschnittlichen Frauenanteil, im Bundestag sind es 23,5 Prozent. Dort liegt der Durchschnitt insgesamt bei 35 Prozent. Eine Frauenquote gibt es bei den Grünen und bei der SPD seit längerem.

Die Gegner einer Quote – darunter viele junge CDU-Frauen – führten in der Debatte an, diese sei nur Symbolpolitik. Problematisch sei nicht der Einstieg in die Politik, sondern die Vereinbarkeit von Familie und politischem Engagement. Die Befürworter, zu denen die Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (Nordrhein-Westfalen) und Daniel Günther (Schleswig-Holstein) sowie die frühere Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer zählten, betonten hingegen, es gehe darum, Frauen mehr Chancen zu ermöglichen.

Rund 1000 Delegierte sind nach Hannover gekommen, zum 35. Bundesparteitag der CDU

Zum Ende der Debatte hatte CDU-Chef Merz vehement für die Annahme des Vorschlags des Bundesvorstands geworben. Es gehe „um ein Signal nach draußen, dass wir dieses Thema ernst nehmen“. Mehr als 50 Prozent der Wähler seien in Deutschland Frauen. Merz verwies darauf, dass die Entscheidung allein nicht ausreiche, um den Frauenanteil in der CDU zu erhöhen. Dafür seien noch viele andere Maßnahmen nötig. Unter anderem will die CDU ihre Parteiarbeit reformieren und etwa hybride Sitzungen ermöglichen.

Scharfe…