Ukraine-Krieg
UN-Sicherheitsrat streitet über Deportationen nach Russland

Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, spricht per Videoschalte in einer Sitzung des UN-Sicherheitsrates. Foto

© Mary Altaffer/AP/dpa

Bringen russische Truppen Menschen aus dem ukrainischen Kriegsgebiet gegen deren Willen nach Russland? Im UN-Sicherheitsrat prangern die USA an, dass es bis zu 1,2 Millionen solcher Fälle gegeben habe.

Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat es einen heftigen Schlagabtausch über den Vorwurf russischer Deportationslager im ukrainischen Kriegsgebiet gegeben. Die US-Regierung beschuldigte das russische Militär, im Kriegsgebiet festgenommene Menschen in solche Lager zu zwingen, um sie dann gegen ihren Willen nach Russland oder in russisch besetzte Gebiete der Ukraine zu bringen.

Schätzungen zufolge seien so zwischen 900.000 und 1,6 Millionen Menschen aus ihren Heimatorten deportiert worden, sagte US-Botschafterin Linda Thomas-Greenfield bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats in New York.

Eine unabhängige Bestätigung solcher Zahlen im Kriegsgebiet ist kaum möglich. Die ukrainische UN-Delegation macht sogar geltend, dass bis zu 2,5 Millionen Menschen aus dem Süden und Osten des Landes deportiert worden seien, oft in weit entfernte Regionen Sibiriens oder im entlegenen Osten Russlands.

Norwegens UN-Botschafterin Mona Juul sprach von einer „wachsenden Zahl an unabhängigen Informationen“, die auf Menschenrechtsverstöße in diesen Lagern hinwiesen. Das UN-Menschenrechtsbüro in New York verwies auf glaubwürdige Berichte, wonach ukrainische Kinder von ihren Eltern getrennt und nach Russland deportiert würden, damit sie dort schnell eingebürgert und zur Adoption freigegeben werden könnten.

Russland bestreitet Vorwürfe

„Die anhaltenden Beschuldigungen über…