Schutzmasken
Flugzeug oder Bahn? Die Frage nach dem Corona-Risiko

Wie sinnvoll ist das Tragen einer FFP2-Maske? Foto

© Daniel Karmann/dpa

Über den Wolken soll die Maskenfreiheit grenzenlos sein, im Zug hingegen wird weiter ein Mund-Nasen-Schutz vorgeschrieben. Vielen erscheint das nur wenig logisch.

Reisende in Fernzügen müssen sich weiter mit Masken gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus schützen, Passagiere im Flieger nicht. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sagte jüngst, das Risiko, sich zu infizieren, sei in Bussen und Bahnen „sehr viel höher“ als im Flugverkehr. Doch so einfach ist es nicht.

Eine Rolle bei der Verbreitung von potenziell infektiösen Tröpfchen und Aerosolen, die beim Atmen, Husten oder Niesen ausgestoßen werden, spielen die jeweiligen Belüftungssysteme. Und darin unterscheiden sich Flugzeuge und Züge durchaus.

Die Art des Luftfilters ist entscheidend

Flugzeugkabinen sind eine Art geschlossenes System, in dem die Luft abgesaugt, durch Filter geleitet und mit Außenluft angereichert wieder zurückgeführt wird. Sogenannte Hepa-Filter in Fliegern können Viren und Aerosole aus der Luft abfangen. In Fernverkehrszügen hingegen sind üblicherweise Filter der Klasse G4 eingesetzt. Sie sind grobmaschiger und meist nicht gegen Aerosole und Viren geeignet.

In der Luft, die aus den Düsen in ein Flugzeug strömt, sind in der Regel keine Coronaviren enthalten. Der Verband der Fluggesellschaften (IATA) behauptet, dass die Kabinenluft alle zwei bis drei Minuten komplett durch Frischluft ausgetauscht wird und daher eine Atmosphäre wie in einem Operationssaal herrscht – eine Aussage, die nach Ansicht von Dieter Scholz vom Department Fahrzeugtechnik und Flugzeugbau an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg nicht zu halten ist. Der Luftaustausch…