Ob Hochwasser oder Buschbrände: Australien leidet immens unter dem Klimawandel. Premier Anthony Albanese will nun alles besser machen – per Gesetz. Aber es gibt Bedenken.

Als Mark O’Tooles Knoblauch-Farm in Lismore immer weiter im Hochwasser versinkt, kann er gerade noch seine 79-jährige Nachbarin aus den Fluten retten. „Als ich ankam, flog die Hintertür auf, und der Fluss rauschte durch ihr Haus. Sie lag auf ihrem Bett, das sich im Wasser hin- und herdrehte“, erzählt der 54-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. Anschließend harren beide mit O’Tooles Sohn und zwei weiteren Nachbarn in einem Boot aus – dreieinhalb Tage ohne Trinkwasser oder Essen. Dann kommt die gefährliche Rettung per Militärhubschrauber, die live im australischen Fernsehen zu sehen ist.

„Seitdem sind wir praktisch Couchsurfer“, sagt O’Toole. Die Fluten, die die Kleinstadt Lismore im Bundesstaat New South Wales und zahlreiche weitere Gebiete an der Ostküste überrollten, liegen ein halbes Jahr zurück – aber noch immer sind viele Menschen ohne feste Bleibe oder schlafen in einsturzgefährdeten und schimmeligen Häusern. Mit dem Voranschreiten der Klimakrise muss Australien immer häufiger mit Extremwetter und Naturkatastrophen wie dieser rechnen.

Rechtliche Grundlage für Kampf gegen Erderwärmung

Die neue Labour-Regierung unter Premierminister Anthony Albanese, die seit Mai im Amt ist, will die Krise nach jahrelangem Zögern der konservativen Vorgängerregierung angehen. Das hatte Albanese bereits im Wahlkampf versprochen. Am Donnerstag stimmte nach dem Repräsentantenhaus nun auch der Senat für ein Klimaschutzgesetz – das erste in der Geschichte des Landes. Es legt ab sofort die Ziele im Kampf gegen die Erderwärmung rechtlich fest. In Deutschland gibt es ein solches Gesetz schon seit 2019.

„Es ist ein Anfang“, sagt Howard Bamsey der Deutschen…