Russischer Präsident
Putin schimpft auf Sanktionen und verteidigt Krieg

Der russische Präsident Wladimir Putin spricht auf dem Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok. Foto

© Sergei Bobylev/Pool TASS Host Photo Agency/AP/dpa

Seit Ende Februar führt Russland offen Krieg in Europa – doch Kremlchef Putin stellt die Sanktionen des Westens als Hauptübel dar. In einer mit Spannung erwarteten Rede zeichnet er sein Bild einer neuen, multipolaren Welt.

Mehr als sechs Monate nach Kriegsbeginn hat Russlands Präsident Wladimir Putin die westlichen Sanktionen gegen sein Land als „Bedrohung für die ganze Welt“ kritisiert. Unter Führung der USA sei der Westen in ein regelrechtes „Sanktionsfieber“ verfallen, sagte Putin beim 7. Östlichen Wirtschaftsforum in Wladiwostok am Pazifik.

Der Kremlchef sprach von „aggressiven Versuchen, anderen Ländern ein Verhaltensmodell aufzuzwingen, sie ihrer Souveränität zu berauben und sie dem eigenen Willen zu unterwerfen“.

Die weitreichenden Strafmaßnahmen, die Amerika und Europa gegen Russland wegen des Einmarschs in die Ukraine verhängt haben, bezeichnete Putin als Zeichen bröckelnder US-Dominanz in der Welt. Diese sei zum Katalysator einer gegen Russland gerichteten „Aggression“ geworden, behauptete der 69-Jährige.

Vor Staatsgästen unter anderem aus China, der Mongolei und Myanmar beschwor er das Bild einer aufblühenden Asien-Pazifik-Region: Deren Länder, so Putin, seien angesichts „tektonischer Veränderungen“ in der Welt zu „neuen Zentren des wirtschaftlichen und technologischen Wachstums“ geworden.

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