Vor der Parlamentswahl
Bandengewalt statt Bullerbü: Rückt Schweden nach rechts?

Großeinsatz in Malmö nach Schüssen in einem Einkaufszentrum Mitte August. Jeden Tag geschieht in Schweden im Durchschnitt mehr als eine Gewalttat mit Schusswaffen. Foto

© Johan Nilsson/TT News Agency/AP/dpa

Die Bandengewalt lässt Schweden nicht los und beherrscht vor der Parlamentswahl den Wahlkampf. Das könnte den Rechtspopulisten in die Karten spielen. Regierungschefin Andersson muss um ihr Amt kämpfen.

Ein Mann stirbt in einem Einkaufszentrum in Malmö. Schüsse treffen eine Mutter und ihr Kind auf einem Spielplatz in Eskilstuna. Jeden Tag geschieht in Schweden im Durchschnitt mehr als eine Gewalttat mit Schusswaffen. Oft enden die Gefechte rivalisierender Gangs tödlich – und machen längst auch ganz normalen Bürgern Angst. Denn immer wieder geraten Unbeteiligte zufällig in die Schusslinie.

Die eskalierende Bandengewalt ist vor der schwedischen Parlamentswahl an diesem Sonntag eines der großen Themen in dem skandinavischen EU-Land. Magdalena Andersson muss bei der Wahl nach nur zehn Monaten als Regierungschefin um ihr Amt bangen.

Die Opposition wirft Anderssons Sozialdemokraten vor, die Situation nicht im Griff zu haben. Die Strategie der Ministerpräsidentin dagegen: Besonnenheit. „Sie versucht den Wählern das Gefühl zu geben, dass sie ihr mehr vertrauen können als den Alternativen“, sagt der Stockholmer Politikwissenschaftler Karl Loxbo. Persönlich ist die 55-Jährige beliebt. Aber in Umfragen liegt ein möglicher Block aus Sozialdemokraten, Linken, Grünen und Zentrumspartei kurz vor der Wahl in etwa gleichauf mit dem liberal-konservativen Lager um die Partei Moderaterna. Zudem ist fraglich, wie Andersson die unterschiedlichen Standpunkte von Linken und dem Zentrum miteinander vereinbaren will.

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