Fragen und Antworten

Debatte über Atomkraft
Was genau Habeck mit „Notreserve“ meint – und unter welchen Umständen diese greifen würde

Wirtschaftsminister Robert Habeck stellt die Ergebnisse des Stresstests vor

© Kay Nietfeld / DPA

06.09.2022, 19:57
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Mit seinem Vorschlag zwei der drei verbliebenen Meiler als Notreserve zu nutzen, hat Robert Habeck die Atomkraft-Debatte neu entfacht. Union und FDP fordern mehr, Umweltverbände hingegen fürchten um den Ausstieg. Ein Überblick.

Damit hatte kaum einer gerechnet: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck will die letzten deutschen Atomkraftwerke nicht wie geplant zum Jahresende für immer vom Netz nehmen. Einfach weiterlaufen sollen sie aber auch nicht. Stattdessen will der Grünen-Politiker zwei der drei verbliebenen Atomkraftwerke in eine Reserve verfrachten. Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Was soll diese neue Reserve sein?

Das Wirtschaftsministerium nennt sie „Einsatzreserve“. Wenn es nötig ist, sollen die Kraftwerke Isar 2 in Bayern und Neckarwestheim in Baden-Württemberg im Winter einen zusätzlichen Beitrag im Stromnetz leisten. Neue Brennstäbe sollen dafür nicht verwendet werden. Bis Mitte April sollen die beiden Kraftwerke zur Verfügung stehen. Danach soll auch für sie Schluss sein. Für den Winter 2023/24 hält das Ministerium eine solche Einsatzreserve in keinem Fall mehr für nötig.

Wann und unter welchen Umständen würde die Reserve genutzt werden?

Mehrere Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass immer genug Strom da ist, etwa eine bessere Nutzung von Kraftwerken und Stromleitungen. Nur wenn all das nicht ausreicht, um eine Versorgungskrise abzuwenden, sollen die beiden Kernkraftwerke wieder angefahren werden. Das Ministerium spricht von einem „Notfalleinsatz“ zur „Abwehr einer konkreten Gefahr für die…