Tausende Menschen haben am Montag in Leipzig gegen die Energie- und Sozialpolitik der Bundesregierung protestiert. Die Partei Die Linke hatte zu einer Demonstration unter dem Motto „Heißer Herbst gegen soziale Kälte“ aufgerufen. Daneben mobilisierten linke und rechte Gruppen für sechs weitere Kundgebungen, darunter die rechtsextreme Splitterpartei Freie Sachsen. Die Polizei versuchte, die Lager auf dem Augustusplatz getrennt zu halten. Der Verfassungsschutz hatte vorab vor möglichen Konfrontationen gewarnt.

Hintergrund der Proteste ist der starke Anstieg bei Energie- und Lebensmittelpreisen. Die Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP im Bund hatte am Wochenende ein Paket im Umfang von 65 Milliarden Euro angekündigt, um Bürger zu entlasten. Die Protestierenden halten dies aber für unzureichend.

Strikt getrennt: Rechte und Linke demonstrierten auf verschiedenen Seiten

Am späten Nachmittag marschierten zunächst rund 150 linksradikale Demonstranten vom südlichen Stadtteil Connewitz zum Augustusplatz in der Innenstadt. Sie riefen „Alle zusammen gegen den Faschismus“ oder „Nazis raus“. Zwischenfälle gab es zunächst nicht. Auf der einen Seite des Augustusplatzes hatte die Linke ihre Demo vorbereitet, wo viele Menschen zusammenströmten. Eine ältere Frau hielt ein selbstgemaltes Schild mit den Worten: „Nord Stream 2 öffnen, Waffenstillstand jetzt“.

Auf der anderen Seite des Platzes standen die rechtsextremen Freien Sachsen. Dort versammelten sich ebenfalls mehrere Hundert Menschen, als der frühere AfD-Politiker André Poggenburg und der rechte Verleger Jürgen Elsässer redeten. Linke Demonstranten distanzierten sich kategorisch von den rechten.

Die Polizei gab zunächst keine offizielle Schätzung zu Teilnehmerzahlen ab. Sie hatte den Augustusplatz zum Einsatzschwerpunkt erklärt. In der Mitte des Platzes standen Trenngitter. „Das Prinzip ist eindeutig, jeder hat seinen Platz“,…