Bei dem Erdbeben im Südwesten Chinas sind nach Angaben staatlicher Medien mindestens 21 Menschen ums Leben gekommen. Die Erschütterungen waren auch in den Millionenmetropolen Chengdu und Chongqing zu spüren. Wie die US-Erdbebenwarte (USGS) mitteilte, befand sich das Epizentrum des Bebens in rund zehn Kilometern Tiefe etwa 40 Kilometer südöstlich der Stadt Kangding in der Provinz Sichuan. Später wurden mehrere Nachbeben in Sichuan registriert. Im Osten Tibets gab es laut USGS ein Beben der Stärke 4,6.

Das staatliche Erdbeben-Netzwerkzentrum veröffentlichte Bilder von Felsbrocken, die im Bezirk Luding die Berge hinabstürzten und riesige Staubwolken verursachten. Der Staatssender CCTV berichtete, in mindestens einer Stadt seien schwere Schäden entstanden durch Erdrutsche, die von dem Erdbeben ausgelöst worden seien. Die Verbindungsstraße zu einem anderen Ort sei blockiert, außerdem seien die Telekommunikationsverbindungen zu Gebieten mit mehr als 10.000 Einwohnern unterbrochen.

Erdbeben während eines Corona-Lockdowns – für die Menschen ein Dilemma

In der Region von Garze und Ya’an seien mehrere Kraftwerke vom Netz gegangen, berichtete CCTV weiter. Laut Staatssender CGTN wurden hunderte Rettungskräfte in das Erdbebengebiet entsandt. Arbeiter räumten verschüttete Straßen frei.

Die Bewohner der Wirtschaftsmetropole Chengdu brachte das Erdbeben in ein Dilemma. Weil für die Stadt gerade ein Corona-Lockdown gilt, rannten die Einwohner nach den Erschütterungen nicht auf die Straße, sondern in die Höfe ihrer Wohnhäuser, wie eine Bewohnerin namens Chen schilderte. Damit setzten sie sich zusätzlichen Gefahren aus.

Erdstöße auch in Afghanistan

Im Westen grenzt China unter anderem an Afghanistan. Von dort wurde am Montag ein Erdbeben mit mindestens sechs Toten und neun Verletzten gemeldet. Das nächtlichen Beben der Stärke 5,3 ereignete sich nach Behördenangaben im Osten des Landes an der Grenze zu Pakistan und war bis in die Hauptstadt Kabul zu spüren. Im Juni…