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„heute wichtig“
Olympia-Attentat 1972: Zwischen Versagen und Vertuschung

Ein bewaffneter Polizeibeamter im Trainingsanzug sichert im Olympischen Dorf den Block, in dem Terroristen die israelischen Geiseln festhalten

© Horst Ossinger / DPA

05.09.2022, 06:19
3 Min. Lesezeit

Bei den Olympischen Sommerspielen in München sind bei einem grausamen Attentat palästinensischer Terroristen am 5. und 6 September 1972 elf Mitglieder der israelischen Olympia-Mannschaft und ein deutscher Polizist ums Leben gekommen. Noch immer gibt es Nachholbedarf bei der Aufarbeitung.

Die Olympischen Spiele in München hätten Deutschland der Welt 1972 in einem neuen Licht zeigen sollen – herausgewachsen aus dem Schatten seiner Nazi-Vergangenheit. Es sollte ein Sommerfest der Völkerverständigung werden, bunt, heiter und vor allem entmilitarisiert – mit so wenigen Sicherheitsvorkehrungen wie möglich. Eine Entscheidung, die in einer Katastrophe mündete. „Die deutschen Organisatoren wurden da ein Stück weit Opfer ihrer besten Absicht“, sagt der Chefreporter der „Süddeutschen Zeitung“, Roman Deininger, in der 354. Folge „heute wichtig“.

Fatale Fehler, ein dilettantischer Einsatz: „Es ist schiefgegangen, was schiefgehen kann.“

Palästinensische Terroristen dringen am 5. September 1972 in das olympische Dorf ein, sie erschießen zwei Israelis sofort und nehmen neun als Geiseln. Mehrere Befreiungsversuche scheitern. Zuletzt fordern die Terroristen, mit den Geiseln nach Ägypten ausgeflogen zu werden. Der Einsatz am Militärflughafen Fürstenfeldbruck, bei dem man versuchte, die Attentäter auszuschalten, scheitert. Am Ende sterben alle Geiseln, ein Polizist und fünf der acht Attentäter.
Der Einsatz am Tag des Anschlags war dilettantisch, sagt Roman Deininger. „Man war nicht vorbereitet, aber man hätte es sein sollen.“ Die Polizei hatte…