Referendum gescheitert
Schwerer Schlag für die Regierung: Chilenen lehnen neue Verfassung mit großer Mehrheit ab

Ein Wahlhelfer in der Hafenstadt Valparaiso zeigt einen Stimmzettel, auf dem „Ablehnung“ angekreuzt ist. Bei der Volksabstimmung in Chile ist die Vorlage für eine neue Verfassung klar durchgefallen

© Cristobal Basaure Araya / DPA

05.09.2022, 06:39
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Das Ergebnis des Referendums in Chile ist deutlich. Die Mehrheit der Wähler lehnt die Vorlage für die neue Verfassung ab. Womöglich ging sie vielen zu weit. Die Ablehnung ist auch eine Niederlage für die Regierung.

Die Wählerinnen und Wähler in Chile haben den Entwurf einer neuen Verfassung deutlich abgelehnt. Rund 62 Prozent von ihnen sprachen sich in einem Referendum gegen ein neues Grundgesetz aus, wie die Wahlbehörde des südamerikanischen Landes nach Auszählung fast aller Stimmen am Sonntagabend (Ortszeit) mitteilte. Für die Magna Charta, die Chile grundlegend verändern würde, stimmten demnach rund 38 Prozent.

Mehr als 13 der insgesamt rund 15 Millionen Wahlberechtigten in Chile nahmen nach vorläufigen Daten der Wahlbehörde an der Volksabstimmung teil. Es galt eine Wahlpflicht. Jüngste Umfragen hatten bereits darauf hingedeutet, dass der fortschrittliche Entwurf abgelehnt werden könnte. Die Deutlichkeit überraschte dann doch.

Chiles Präsident will weiter an neuer Verfassung arbeiten

Chiles Präsident Gabriel Boric, dessen Regierung die Ablehnung einen schweren Schlag versetzt, erkannte den Erfolg der Gegner der neuen Verfassung an. „Das chilenische Volk war mit dem vom Verfassungskonvent vorgelegten Entwurf nicht zufrieden und hat daher beschlossen, ihn an den Urnen klar abzulehnen“, sagte Boric in einer Ansprache aus dem Präsidentenpalast. Im Lager der Befürworter waren die Gesichter lang. Auf der Plaza Italia in der Hauptstadt Santiago…