Endlich wieder mit großem Orchester spielen: Zum Abschluss des 35. Rheingau Musik Festivals erklangen in den Mauern von Kloster Eberbach ein letztes Mal gewaltige Festival-Klänge. DieBamberger Symphoniker spielten am dritten September unter Christoph Eschenbach Anton Bruckners 8. Sinfonie in c-Moll in voller Besetzung. Ein raumgreifendes Werk von 80 Minuten Länge, bei dem das Orchester sein ganzes Können unter Beweis stellte – von kraftvollen Tutti bis hin zu leisen und zarten Tönen, besonders bei den Holzbläsern und Streichern.

Kloster Eberbach gehört zu den besonderen Spielstätten des Rheingau Musikfestivals

„Wir haben noch nie erlebt, dass so viele Menschen zu uns gekommen sind und sich persönlich bedankt haben für die schönen Konzerte“, sagte Michel Herrmann, Gründer und Leiter des Rheingau Musik Festivals, in seiner Konzertansprache. Wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hatten viele Klassik-Musikfestivals im vergangenen Jahr überwiegend Kammermusik oder Orchesterwerke in kleinerer Besetzung geboten. Mit einer Auslastung von 94 Prozent sei das Rheingau Musik Festival in diesem Jahr außergewöhnlich gut besucht worden, sagte Geschäftsführer Marsilius von Ingelheim der DW, es habe eine regelrechte Aufbruchstimmung gegeben.

Eines der größten Festivals dieser Art in Europa

Das Festival wurde 1987 von Michal Herrmann als klassisches Musikfestival gegründet. Im Laufe der Zeit kamen Jazz-, Pop- und Rockmusik hinzu. Zweieinhalb Monate lang 134 Konzerte an 25 Spielstädten in Wiesbaden und den Weinregionen der Umgebung mit 127.000 Besuchern, das macht das Rheingau Musik Festival zu einem der größten Festivals dieser Art in Europa.

Die Bamberger Symphoniker gehören mit ihrem warmen satten Klang zu den deutschen Traditionsorchestern. Sie waren schon in den Anfangsjahren des Festivals dabei. Auch international bekannte Interpretinnen und Interpreten sind im Rheingau quasi „Stammgäste“, etwa der Tenor Jonas Kaufmann oder die Star-Geigerin…