Es waren die ersten Hinrichtungen im palästinensischen Gazastreifen seit mehr als fünf Jahren. Das Innenministerium der dort herrschenden Hamas teilte mit, ein 44 Jahre alter Mann und ein 54-Jähriger hätten Informationen weitergeleitet, die zur Tötung von Palästinensern geführt hätten. Der ältere der beiden Häftlinge wurde den Angaben zufolge gehenkt. Er wurde beschuldigt, Israel Informationen über militante Palästinenser, deren Aufenthaltsort und den Standort von Abschussrampen für Raketen geliefert zu haben. 

Der zweite Mann wurde durch ein Exekutionskommando erschossen. Er habe geheime Informationen an Israel weitergegeben, die gezielte Angriffe der israelischen Armee zur Folge gehabt hätten. Die israelische Regierung nahm zunächst zu den Hinrichtungen nicht Stellung. Die drei übrigen Beschuldigten seien wegen Mordes verurteilt worden, teilte das Hamas-Ministerium weiter mit. „Die Hinrichtungen wurde nach Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten vollstreckt“, hieß es in Gaza-Stadt.

Kritik von Menschenrechtsorganisationen

Die letzten Todesurteile im Gazastreifen waren im Mai 2017 vollstreckt worden. Damals wurden drei Palästinenser auf einem Platz in Gaza-Stadt öffentlich hingerichtet, die in Schnellverfahren vor Militärgerichten wegen der Tötung eines ranghohen Hamas-Kommandeurs zum Tode verurteilt worden waren.

Palästinensische und internationale Menschenrechtsgruppen lehnen die Todesstrafe ab. Sie haben die Hamas – die 2007 im Gazastreifen die Macht an sich gerissen hatte – ebenso wie die im Westjordanland regierende Palästinensische Autonomiebehörde aufgefordert, diese Praxis zu beenden. Die EU, die USA und Israel haben die Hamas als terroristische Vereinigung eingestuft.

se/fab (afp, rtr)